Donnerstag, 18. Dezember 2014

Rag Men - Rocky Alexander

ragmen



Klappentext:

So könnte der Anfang vom Ende aussehen …

Sie nennen es das Qilu Virus. Es kam aus dem Osten, von irgendwo entlang des Gelben Flusses in China. Es fegte innerhalb weniger Wochen über die ganze Welt und verwandelte normale Menschen in wilde Verrückte. Es gibt nichts, was es stoppen kann.

Der ehemalige Boxer Colin Ross ist entschlossen, aus der kleinen Stadt Wenatchee zu fliehen, bevor sie durch das Virus überrannt wird. Dabei muss er überforderte und schießwütige Polizisten, Horden von Infizierten und den brutalen Wintereinbruch überleben.

Im verseuchten Seattle hinterlässt ein Mann namens Rooster einen Pfad sadistischer Gewalt und Mord auf seinem Rachefeldzug gegen einen Feind, der noch gefährlicher als das Virus zu sein scheint.

Ein spannender Hard-Boiled Thriller im Endzeit-Gewand …


WOW!
„Rag Men“ ist ein Schmöker, der mich auf eine ganz besondere Weise gut unterhalten hat.
Man sollte doch meinen, dass einem das Thema Zombies und Konsorten langsam aber sicher zu den blutenden Ohren herauskommt.
Tut es irgendwie auch – aber irgendwie auch wieder nicht.

Dieses Buch habe ich, das gebe ich offen zu, aus oben genanntem Grund zunächst eher lustlos in die Hand genommen. Ach, schon wieder Zombies (gähn!).

Und dann wurde ich brutal überfahren.

Die drei Handlungsstränge mit ihren drei Charakteren haben mächtig gerockt. Ganz sicher lag das nicht an den Zombies.
Vielmehr hat Rocky Alexander Charaktere geschaffen, die Spaß machen, denen man entweder die Pocken an den Allerwertesten wünscht, oder denen man einfach eine Schulter zum Weinen und ein geblümtes Taschentuch reichen möchte.

Da ist Colin, der alles verliert, der in seiner immensen Trauer im Grunde gar nicht weiß, wohin mit sich, der am liebsten auf der Stelle sterben würde. Dann aber bitte so, wie er es möchte. Das Schicksal hält aber noch etwas für ihn bereit, und durch seine intensive Präsenz verkümmert das ganze Zombiespektakel im Hintergrund zu einer eher unwichtigen Requisite.

Dann gibt es da Rooster. Kriminell, soziopathisch und berechnend. Eine Apokalypse mit Zombies? Prima! Sterbt ihr ruhig alle, aber ich blühe jetzt erst so richtig auf. Euer Verderben, mein Vorteil. Das ist Rooster. Ich kann guten Gewissens behaupten, dass der Kerl so böse ist, dass ihr ihn lieben werdet.

Zu guter Letzt gibt es da noch den kleinen Jungen, der schrecklichem Leid ausgesetzt wird. Man ahnt es, oder? Ja, ich finde dafür kein anderes Wort als „herzzerreißend“.

Was die Spannung und die Action angeht, dürfen die Fans brutaler und rasanter Szenen jetzt trotzdem aufatmen. Wir haben hier nämlich nicht nur ein großes Charakter- und Emotions-Kino, sondern auch alles, was das Gewohnheitsherz der Zombie-Fans begehrt. Der Autor nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Es geht zur Sache, Leute. Es ist schlicht brutal (na ja, weniger für mich abgehärtete … , aber sicher für einige von euch).

Langeweile? Nein – an keiner Stelle hatte ich auch nur ansatzweise das Bedürfnis, das Buch freiwillig aus der Hand zu legen.

Fazit:

„Rag Men“ ist ein brillanter Zombie-Apokalypse-Schmöker, der einfach mehr bietet als das, was wir verwöhnten Racker kennen. Wenn ein Autor die Charaktere so intelligent und großartig gestaltet, dass die Zombies nur noch als Statisten fungieren, kann man wohl von großem Kino sprechen. Dieses Buch ist eines meiner Highlights im Jahr 2014.

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Dienstag, 16. Dezember 2014

Dort unten stirbst du! - Moe Teratos

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Klappentext:

Zwei Menschen, die keine Gemeinsamkeiten haben und verschiedener nicht sein könnten, werden durch das Schicksal zusammengeführt. Die eine ist Jana Heinkamp, die mit ihrer Schwester Polly in der elterlichen Konditorei arbeitet und sich mehr und mehr verdrängt fühlt. Der andere ist ein Einzelgänger. Er weiß nicht, wer seine Eltern sind, und hat die schlimmen Erlebnisse seiner Kindheit nie verarbeitet. Aber er ist gar nicht so allein, wie es auf den ersten Blick scheint. In seinem Keller bewahrt er Frauen auf, zehn an der Zahl, und nicht alle von ihnen sind am Leben … „Dort unten stirbst du!“ ist ein intensiver, grausamer und gnadenlos schneller Horrortrip, der die schlimmsten Albträume wahr werden lässt. ACHTUNG: Enthält Szenen mit expliziten Gewaltdarstellungen! Nichts für schwache Nerven!

Inzwischen ist Moe Teratos für mich kein „davon muss ich auch mal was lesen-Fall“ mehr. Den einen oder anderen Roman und auch zahlreiche Kurzgeschichten habe ich mir inzwischen zu Gemüte geführt. Die Autorin ist mittlerweile etwas länger im Horror-Genre unterwegs und ihre Bücher sind aus den Regalen aller geneigten Horror-Nerds nicht mehr wegzudenken.

Mit „Dort unten stirbst du!“ verlässt Moe Teratos die blutgetränkten Zombie-Pfade und wagt einen Ausflug in die wirren Sphären des Serienkiller-Universums.

Die Sicht wechselt zwischen der des Serienkillers und der von Jana Heinkamp, die mit ihrer zynischen, von leichtem Selbsthass geprägten Art zu überzeugen weiß. Allerdings hatte ich mir gerade von ihr etwas mehr Action und spontanen Irrsinn erhofft. Zu Beginn der Lektüre hatte sie durchaus den Eindruck erweckt, als würde sie recht schnell irgendwem den Allerwertesten aufreißen.

Der Killer ist absolut gelungen. So mag ich das. Durchgeknallt, soziopathisch (mit Abstrichen) und so ziemlich zu allem bereit.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass in diesem Schmöker das Blut nur so auf’s Bettzeug tropft. Für den Horror-Fan sehr cool – für die „Mimimiii-Fraktion“: Ihr kennt das. Lasst es einfach, und niemand wird verletzt!

Das Ende hat mich übrigens doch überrascht, in gewissem Maße auch etwas geschockt und somit gut gerockt. Hey, das reimt sich!

Insgesamt habe ich mich prima unterhalten, bekam einen wirklich „guten“ Serienkiller präsentiert und hatte, trotz einiger Klischees, wirklich spannende Lesestunden. Moe Teratos versteht ihr Handwerk, das Ding ist gelungen.

Das Cover! Leute, habt ihr das Cover gesehen? Timo Kümmel hat es entworfen – wie immer, einfach nur klasse.

Fazit:

„Dort unten stirbst du!“ von Moe Teratos hat alles, was ein guter Horror-Thriller braucht: Viel Böses, viel Blut, interessante Charaktere und etwas Ernsthaftigkeit aus dem Hintergrund.
Für Insider ist Moe Teratos bereits ein Geheimtipp. Ich würde hier zuschlagen.

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