Dienstag, 22. Juli 2014

Dead Souls - Michael Laimo

dead


Klappentext:

Für den achtzehnjährigen Johnny Petrie, stellt das heruntergekommene Farmhaus in Maine einen Ausweg dar. Laut einem Brief hat ihm ein unbekannter Mann ein Anwesen vererbt. Johnny wird bewusst, dass er endlich der Hölle auf Erden, seiner fanatisch religiösen Mutter und seinem stets betrunkenen Vater, entkommen kann. Er weiß nicht, dass die Hölle, in die er sich begibt, noch viel, viel schlimmer wird …

Quelle: Amazon

Johnny macht sich also auf den Weg nach Maine, um sein Erbe anzutreten und einen ersten Blick auf eine Familie zu erhaschen, die er besser nie kennengelernt hätte. Was wäre auch ein Millionenerbe ohne den dazugehörigen Haken?

Zugegeben, bisher kannte ich von Michael Laimo nur den Roman „Dämonenfeuer“, der als relativ simpel gehaltener Besessenen-Splatter daherkam. Viel ist mir von diesem Werk nicht mehr in Erinnerung, aber immerhin so viel, dass ich von „Dead Souls“ nicht allzu viel erwartet hatte.

Glücklicherweise wurden meine Erwartungen dann aber doch übertroffen.

Zwar lassen sich gewisse Parallelen zu „Dämonenfeuer“ nicht leugnen, und auch in „Dead Souls“ bekommen wir es wieder mit der Kirche und dem dazugehörigen Gegenstück, der Unterwelt, zu tun. Allerdings hat Laimo dieses Mal richtig viel Liebe in die Charaktere und deren Beweggründe gesteckt.

So machen wir also Bekanntschaft mit Okkultismus, religiösem Fehlverhalten und dunkelsten Abgründen, und so manches Mal möchte man die eine oder andere Person schnappen und im nächsten See ersäufen. Für meine Begriffe ist die Charakterzeichnung also absolut gelungen.

Die Geschichte baut sich auf Rückblenden auf.
Wir wechseln ständig zwischen Johnnys Gegenwart und der Vergangenheit seiner Ahnen hin und her und erfahren so, wie genau das mysteriöse Erbe zustande kam und wie alles miteinander verknüpft ist.

Für die Freunde des Gemetzels wurde natürlich auch gesorgt. Hier und da fließen ein paar gepflegte Liter Blut und die Toten bleiben nicht unbedingt immer tot. Allerdings wäre es übertrieben, hier von Zombies zu sprechen. Vielmehr blitzt in „Dead Souls“ ab und zu ein kleines bisschen „Dämonenfeuer“ auf, wo sich in Besitz genommene Körper tummelten.

Was mir persönlich aber noch viel besser gefiel, waren die wenigen, aber gut platzierten Gruselmomente. Ich sage nur: … bumm … bumm … bumm
Huuuh, wer es gelesen hat, wird wissen, was ich meine. Ich fand diese Stelle extrem gänsehautlastig.

Wer es noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich dieses Buch einfach mal, denn darin ist alles enthalten, was ein guter Roman braucht.

Fazit:
„Dead Souls“ von Michael Laimo kann locker mit den Großen der Horrorliteratur mithalten. Sowohl Splatter- als auch Gruselfreunde werden hier ausreichend bedient. Und wem das noch nicht genug ist, findet sicher die geforderte Portion Anspruch in gelungenen Charakteren und brisanten, gesellschaftlichen Themen, die zwischendurch immer wieder aufgegriffen werden.
Einzig der etwas zähe Einstieg erfordert ein wenig Durchhaltevermögen. Actionfans werden aber im späteren Verlauf mit ordentlichen Horror-Showeinlagen belohnt.

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Dienstag, 1. Juli 2014

900 Meilen - S. Jonathan Davis

900 Meilen Web(1)

Klappentext:

John ist ein Killer. Das war er nicht immer. Er war ein Geschäftsmann – 
vor der Apokalypse.
Als sich die Toten plötzlich erheben, ist er in New York gefangen und es beginnt ein grauenvoller 900-Meilen-Wettlauf gegen die Zeit, als John versucht, zu seiner Frau zu gelangen.
Schnell muss er feststellen, dass die Zombies das Geringste seiner Probleme sind. Hautnah erlebt er die Schrecken, die Menschen verbreiten, wenn es plötzlich keine Regeln mehr gibt; wenn abscheuliches Handeln keine Konsequenzen birgt und der Tod allgegenwärtig ist.
John verbündet sich mit Kyle, einem ehemaligen Armeepiloten. Gemeinsam fliehen sie aus New York. Auf ihrer Flucht treffen sie einen Mann, der behauptet, die Schlüssel zu einer Untergrundfestung namens Avalon zu besitzen …
Werden sich die beiden in Sicherheit bringen können?
 Werden Sie es zu Johns Frau schaffen, bevor es zu spät ist?
Machen Sie sich bereit, John und Kyle in diesem rasanten Endzeit-Thriller zu begleiten.


„900 Meilen“ scheint auf den ersten Blick ein Zombieschmöker wie jeder andere zu sein.

Ist er aber nicht.

Natürlich haben wir es auch hier mit menschenfressenden Untoten zu tun, die sich rasend schnell vermehren und mit ihren sonstigen Eigenschaften den handelsüblichen Standard-Zombies ziemlich ähnlich sind.

Auch in diesem Roman ist die Welt komplett am Arsch. Und auch hier begleitet der geneigte Leser einige Überlebende. Wie sollte es auch anders sein? Die Handlung allein auf grunzende Zombies zu beschränken, die sich (in der Regel) nicht unterhalten können, wäre auch ziemlich öde – obwohl das mal eine Idee wäre. Somit wären also alle altbekannten Merkmale eines Durchschnitt-Zombie-Spektakels vorhanden.

Und trotzdem schafft S. Johnathan Davis es locker, sich vom Einheitsschnodder vorhandener Romane positiv abzuheben, indem er auf Tempo setzt und es somit ordentlich krachen lässt.

So metzeln wir uns also gemeinsam mit John und Kyle in atemberaubender Geschwindigkeit durch ein verfressen-blutiges New York und stellen am Ende dieses Abenteuers erfreut fest, dass wir uns nicht eine Sekunde lang gelangweilt haben.

Diese Tatsache verdanken wir einem konstant hochgehaltenen Spannungsbogen, sehr coolen Charakteren, ordentlich Rotz, Dreck und Blut sowie der Tatsache, dass der Autor sein Handwerk versteht.

Das Ende ließe theoretisch eine Fortsetzung zu. Bei den meisten Zombie-Geschichten ist über kurz oder lang einfach die Luft raus. Hier würde ich aber gleich wieder einige Euronen investieren, sollte sich ein zweiter Teil ankündigen.

John und Kyle haben als Survival-Duo für mich sehr gut funktioniert. Sie sind mir ans Herz gewachsen und ich finde, sie könnten locker noch ein weiteres Buch füllen.

Erwähnenswert – wie immer – die nahezu unkaputtbar gute Qualität der Einbände bei allen LUZIFER-Büchern. Sehr geil!

Fazit:

„900 Meilen“ von S. Johnathan Davis konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen, obwohl mir im Prinzip nichts Neues geboten wurde. Auf der Suche nach etwas Neuem sind wir ja eigentlich alle, und mit einer brandneuen Idee Leser zu fesseln, ist schon fast keine Kunst mehr.

Altbekanntes so zu verpacken, dass es trotzdem rockt, ist allerdings sehr wohl eine Kunst. S. Johnathan Davis ist dies mit „900 Meilen“ zu 100 % gelungen. Ich habe mir diesen Roman in nur einer Sitzung komplett einverleibt. YEAH! Ich würde mich gerne blitzdingsen lassen, um ihn noch einmal zu lesen.

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