Donnerstag, 29. August 2013

Die Saat der Bestie - Michael Dissieux

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Als vermeintlich letzter Mensch auf Erden entwickelt Davids Psyche ein Eigenleben. Die Einsamkeit in einer verwüsteten, leeren Welt hat ihre Spuren in Davids Psyche hinterlassen. Immer mehr wird der einst so bodenständige Mann zum Opfer seiner schizophrenen Psychose und das Tier in ihm wird lebendig. Frank ist Davids dunkle Seite. Er ist ein wildes Tier, das nur ein einziges Ziel hat: Er will die Kontrolle über David und er will seine animalischen Triebe ausleben.
Als Samantha in Davids Stadt kommt, um nach ihrer Schwester zu suchen, ist Frank kaum noch zu bändigen. Er will sich austoben – an Samantha.

Seit der Veröffentlichung von “Graues Land” und “Graues Land – Die Schreie der Toten” bin ich dem Stoff von Michael Dissieux hoffnungslos verfallen. Denn dieser Autor kann etwas, was nur sehr wenige können. Er kann mich als sturen Action-Fan mit ziemlich wenig Action begeistern.

So ein Werk ist ein eher seltenes Schätzchen auf dem Buchmarkt. “Die Saat der Bestie” lebt von der meisterhaft geschaffenen Atmosphäre und den fein ausgearbeiteten Charakteren.
Mit viel Gefühl und einem Schreibstil, der an Eindringlichkeit schwer zu überbieten ist, verliert man sich als Leser in einer verlorenen, verlassenen und düsteren Welt, deren emotionale Dunkelheit fast greifbar ist. Dazu bedient Herr Dissieux sich einer bildhaften Sprache, die im Kopf des Lesers einen imaginären Film zum Laufen bringt.
Die eine oder andere Metapher hätte er sich evtl. verkneifen können, denn insgesamt legt sich die Erde ein paar Mal zu oft zum Sterben nieder. Das ist aber auch die einzige Sache, die ich bemängeln würde, wobei es mir selbst fast dreist erscheint, an diesem Hammer-Werk überhaupt etwas zu bemängeln.

Der Roman kommt insgesamt mit nur wenigen Personen aus. Mit ihrer Einzigartigkeit und der intensiven Gestaltung nehmen sie mehr Raum ein, als es so mancher Plot mit zig Handlungssträngen jemals könnte. Samantha ist sowohl stark als auch verletzlich. Man würde ihr alles und nichts zutrauen. David, der sich eine Existenz mit Frank teilt, verschwindet durch das dominante Tier in ihm etwas im Hintergrund, was aber völlig in Ordnung ist, weil der Leser nur von Frank das bekommen kann, was er erwartet.

Im Gegensatz zu seinen ersten beiden Romanen gibt Michael Dissieux sprachlich und inhaltlich etwas mehr Gas, wenn der geneigte Horrorfan versteht, was ich meine. So wurde ich etwas später im Roman mit deutlich schärferen Dialogen und einigen recht harten Szenen überrascht, die ich so bisher von diesem Autor noch nicht kannte. Das sorgt im letzten Drittel der Lektüre für einen zusätzlichen Kick, der dafür sorgt, dass man den Roman endgültig nicht mehr an die Seite legen kann. Und obwohl die Geschichte dem Leser schlussendlich noch einige Antworten schuldet, ist das Gesamtwerk insgesamt rund und stimmig.

Zuletzt muss ich unbedingt noch erwähnen, dass der LUZIFER Verlag sich mit der Covergestaltung (Timo Kümmel, wie immer ein endgeiles Cover!) und der Buchqualität an sich mal wieder selbst übertroffen hat. Abgesehen vom extrem stabilen Einband, hat das Buch eine Oberflächenbeschaffenheit, die mir so noch nie begegnet ist. Die matte und gleichzeitig glatte Oberfläche fühlt sich weich und irgendwie samtig an, so als würde man über ein seidenes Kleidungsstück streichen. Es ist schwer zu erklären. Am besten kaufen und selber lesen und fühlen.

Fazit:
“Die Saat der Bestie” ist für mich eines der Highlights des Jahres 2013. Mit einer mehr als gelungenen Mischung aus Unterhaltung und Schreibkunst wurde eine rabenschwarze postapokalyptische Stimmung erschaffen, die für einen intensiven Nachhall sorgt. Solche Bücher haben mich dazu gebracht, jedem davon erzählen zu wollen. Chapeau, Herr Dissieux!

Details zum Buch:
Broschiert: 253 Seiten
Verlag: Luzifer; Auflage: 1 (7. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943408167
ISBN-13: 978-3943408164
Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 12 x 2 cm
Preis für das Taschenbuch EUR 13,95 und EUR 2,99 (derzeit, sonst 4,99) für das eBook
Hier geht es zur Bestellmöglichkeit

Mittwoch, 28. August 2013

Die Lagune der Zombies - Xander Morus

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Herzlichen Dank an Xander Morus für das vorliegende Rezensionsexemplar.  

Klappentext: Willkommen auf Efate. Eine tropische Insel, auf der Sie das Paradies hautnah erleben können! Land der glücklichsten Menschen weltweit, des ewigen Sonnenscheins und der kristallklaren Lagunen. Aber etwas versteckt sich im Paradies … Die glühende Südsee – Paradies oder Hölle? Der Blogger Peter Zander und sein treuer Gefährte, der Beagle Wingman, untersuchen einige rätselhafte Fälle von Kannibalismus und Voodoo auf der beschaulichen Südseeinsel Efate. Doch schnell merkt Zander, dass er nicht allein ist. Soldaten, Journalisten und Wissenschaftler aus aller Welt tummeln sich ebenfalls in der Inselrepublik. Der Fall scheint hoffnungslos, bis die attraktive Wissenschaftlerin Livia Renee ihn um Hilfe bittet. Eine neue Droge könnte der Schlüssel für das Rätsel sein. Aber bei ihren Recherchen geht etwas fürchterlich schief, und Peter Zander befindet sich mitten in einem Krieg zwischen Geheimdiensten, mysteriösen Soldaten und etwas, das die Inselbewohner nur nzùmbe nennen. Zombies … Ein Roman aus dem Zeit der Zombies-Zyklus von Xander Morus.

 Inzwischen habe ich schon allerhand Geschichten von Xander Morus gelesen und bin dadurch zu einem ausgewachsenen Fan mutiert. Was ich bisher von ihm noch nicht kannte waren: Zombies. Das hat sich jetzt geändert. Was soll ich sagen? Der Mann kann auch das und warum wundert mich das jetzt nicht?  

"Die Lagune der Zombies" ist der erste Teil eines Zyklus, in dem es zunächst etwas gemächlicher zugeht.  

Unser Protagonist Peter Zander ist ein politisch engagierter Blogger, der sich mit all seinen Ersparnissen und seinem Hund im Gepäck auf den Weg macht, um den Mythos der Zombies auf den Zahn zu fühlen. Er ist ein lockerer Typ, der gleichzeitig verbissen und abgebrüht genug ist, um sich sogar mit gefährlichen Einheimischen einzulassen, um an Informationen zu gelangen. Dieser Charakter ist einfach nur herrlich - ein lockeres Mundwerk gepaart mit einer guten Portion Hartnäckigkeit. An seine Seite wird ihm die Wissenschaftlerin Livia gestellt, die, genau wie er, nach den geheimnisvollen Zombies sucht. Die beiden verbinden gemeinsame Interessen und evtl. noch ein bisschen mehr. Sie liefern sich mitunter sehr unterhaltsame Wortgefechte und halten den Leser damit so lange bei der Stange, bis es endlich so weit ist, dass man von Action sprechen darf.  

Womit wir dann auch beim Thema wären, denn auf Action müssen wir in diesem ersten Teil ein wenig warten. Ca. die ersten beiden Drittel des Romans beschäftigen sich mit dem Mythos, der Insel und einer wundersamen Droge, die aus Menschen Zombies machen soll. Und wenn man dann beginnt, ein wenig angefressen zu sein, weil sich noch immer kein Zombie blicken lässt, schlägt Xander Morus direkt mit der Panzerfaust zu. Von jetzt auf gleich steht man bis zu den Knien in Blut, Zombies und Leichen. Auf einmal steppt der Bär vom Allerfeinsten und man weiß überhaupt nicht, wie einem geschieht. Was dem Leser vorher fehlte, wird ihm im letzten Drittel mit voller Wucht an den Kopf geworfen. Und genau das ist es, was ich an den Werken von Xander Morus so mag. Diese Geschichten sind Wölfe im Schafspelz. Herr Morus schweift ganz gerne mal etwas ab, wiegt den entspannten Leser in Sicherheit und lässt ihn zappeln, um dann mit Pauken und Trompeten über ihn herzufallen. In diesem Fall dankt er uns unsere Geduld mit Horden von Zombies, Militär, Hubschrauber und haufenweise Gemetzel. Da lacht das Leserherz. Meines hat jedenfalls sehr laut gelacht. Was für ein Spaß! 
Herr Morus kann nicht nur extrem gut Geschichten erzählen, er kann außerdem ganz großes Popcornkino. Glaubt Ihr nicht? Lesen!  

Fazit: "Die Lagune der Zombies" ist ein Wolf im Schafspelz. Dieser Roman schlägt erst zu, wenn man gar nicht mehr damit rechnet - unheimlich unterhaltsam geschrieben, lebendig und fesselnd. Wegen der langen Geduldsprobe würde ich ein Sternchen abziehen. Mache ich aber nicht, weil es bei einem ersten Teil vollkommen in Ordnung ist, wenn einem nicht gleich zu Beginn die Därme um die Ohren fliegen. Teil zwei wird in Kürze inhaliert und ich freue mich darauf.  

Details zum Buch:  
Taschenbuch: 162 Seiten  
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (30. Mai 2013)  
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1490551654  
ISBN-13: 978-1490551654  
Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15,2 x 1,4 cm
Preis für das Taschenbuch: EUR 6,99 Preis für das eBook: EUR 2,99

Donnerstag, 22. August 2013

Tsunami - 120 Tage in Thailand


Herzlichen Dank an den Worthandel Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bei dem Roman "Tsunami" von Roland Quant geht es um einen Mann namens Andreas Sandler, der den vermeintlich letzten Wunsch seines alten Freundes Prof. Ulrich Melzer erfüllen möchte. Dieser ist nämlich verschwunden und hinterlässt seinem Freund einen Haufen wirrer Notizen, die die letzte Zeit seines Lebens mehr oder weniger dokumentieren. Sandler soll diese Notizen sichten, ordnen und als Buch veröffentlichen. Sogleich macht er sich daran, dieser Bitte nachzukommen und es entsteht die Geschichte eines Mannes, der in Thailand nach der großen Liebe - in erster Linie jedoch nach sich selbst sucht.  

Der Titel des Romans "Tsunami" ist primär etwas irreführend. Zwar spielt der Roman, der gleichzeitig eine Geschichte in einer Geschichte (nennt man das Binnentext?) ist, in Thailand, zu der Zeit, als der Tsunami Tausende von Menschenleben auslöschte. Und tatsächlich spielt dieser Tsunami auch eine Rolle in dieser Geschichte, aber der Grundgedanke hinter all dem ist ein ganz anderer.  

Die Haupthandlung bedient besagter Prof. Ulrich Melzer, dessen Erlebnisse in Thailand sich dem Leser immer weiter erschließen. Dabei macht der Autor keinen Hehl daraus, dass es sich bei Melzer um einen egoistischen, dekandenten Lebemann handelt, der den Bezug zur Realität und zu dem, was wir "wahre Werte" nennen, schon längst verloren hat. Je tiefer Sandler sich in die hinterlassenen Unterlagen hinein arbeitet, um so unsympathischer wird Melzer für den Leser. Und das ist auch bewusst so geschehen. Melzer scheint anfangs ein einfacher Mann zu sein, der glaubt, in Thailand seine große Liebe gefunden zu haben. Nach und nach werden seine Erlebnisse dort immer extremer. Der Leser begreift sehr schnell, dass dieser Mensch selbstsüchtig, skrupellos und (ich wage mich mal so weit vor) komplett soziopathisch ist. Sein ganzes Leben dreht sich nur darum, neue Erfahrungen und Exzesse zu erleben, die eigenen Grenzen immer weiter zu überschreiten und auf seinem Weg alles nieder zu trampeln, das nicht in seinem Strom mit schwimmt. Das geht sogar bis hin zum Mord.  

Die Rahmenhandlung bestreitet der Erzähler Sandler, der, anfangs noch voller Pflichtbewusstsein seinem alten Freund gegenüber, eifrig die mysteriösen roten Mappen sichtet, um dann nach und nach erkennen zu müssen, was dieser eigentlich für ein Mensch war. Die sich immer weiter steigernde Abscheu ist brillant dargestellt und absolut nachvollziehbar. Einzig hier würde ich kurzzeitig die Bezeichnung "Krimi" durchgehen lassen, denn das Nachvollziehen der letzten Notizen seines Freundes Melzer hat schon etwas von einer Ermittlung. Immerhin wird nach und nach aufgedeckt, was überhaupt geschehen ist.  

Wie das Ganze dann endet - nun, das werde ich hier natürlich nicht verraten.  

Für mich war dieser Roman eine einzige große Herausforderung, weil ich einfach gestrickt bin und gerne sogenannte Popcornliteratur lese. Als solche kann man "Tsunami" keinesfalls bezeichnen. Hier gibt es weder Action, noch Sensationen oder sonstige trashige Unterhaltungswerte. Dieses Buch ist eine hochphilosophische Reise zu sich selbst. Hier werden moralische Werte unter die Lupe genommen, Grenzen überschritten und allgemeingültige Sichtweisen in Frage gestellt. "Wer bin ich? Wo will ich hin? Was macht es aus mir?" Das sind die grundsätzlichen Fragen, die Melzer dem Leser und sich selbst im Laufe der Geschichte zu beantworten versucht. Dabei bedient er sich der Themen Sextourismus in Thailand, Naturkatastrophen und Selbstfindung. 

Die im Klappentext erwähnte "außerordentliche (erotische und moralische) Brisanz des Textes" sehe ich persönlich nun eher nicht. Bestenfalls lockt man damit Leser an, die sich etwas komplett Anderes von diesem Roman erhofften. Die Sexszenen sind schon recht pikant, hauen mich als Fan von Edward Lee und Co. aber nicht mehr vom Hocker.  

Was mich jedoch ziemlich beeindruckte, war der Schreibstil, der mitunter nicht nur philosophisch sondern zudem höchst literarisch anmutet. Obwohl ich solche Texte zuletzt in der Oberstufe im Deutschunterricht auseinander pflücken musste, komme ich nicht umhin zu sagen, dass "Tsunami" mich auf seine ganz eigene Art gefesselt hat. Ab und zu gab es Textpassagen und Formulierungen, die mich schlicht vom Hocker gerissen haben. Manches Mal habe ich das Buch kurz zur Seite gelegt, um über die eine oder andere Passage noch einmal nachzudenken. Auch das ist eine Art der Unterhaltung.  

Fazit:
"Tsunami" von Roland Quant kann ich den Freunden der seichten Unterhaltung nicht empfehlen, was in diesem Fall auch zu einem Stern Abzug führt. Der geneigte Leserkreis dieser Lektüre ist einfach zu klein. Zudem sind Klappentext, Titel und Cover äußerst irreführend, was zwangsläufig den falschen Leserkreis anzieht. Trotzdem muss ich vor dem Autor meinen Hut ziehen, der mit dieser Arbeit ein philosophisches Kunstwerk geschaffen hat, das man in dieser Form nicht oft in die Finger bekommt. Sprachlich und stilistisch ist dieses Buch ein Hochgenuss, wenn man so etwas denn zu schätzen weiß.  

Details zum Buch:  
Broschiert: 450 Seiten  
Verlag: Worthandel; 
Auflage: 1 (15. Dezember 2011)  
Sprache: Deutsch  
ISBN-10: 3935259042  
ISBN-13: 978-3935259040  
Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 12,8 x 3,4 cm  
Preis: EUR 12,90 für das Taschenbuch und EUR 2,99 für das eBook

Samstag, 17. August 2013

Ich, der Killer: nackt und mörderisch - Stefan Lehner


Ganz herzlichen Dank an Stefan Lehner für das Rezensionsexemplar.  

Andreas Steinmann ist eigentlich nur ein ganz harmloser FKK-Freund der nichts mehr liebt, als splitterfasernackt zu sein. Wobei der Begriff FKK hier nicht ganz zutrifft, denn Andreas ist viel lieber mit sich und der Natur alleine, anstatt sich in entsprechenden Clubs zu vergnügen. Auf einem seiner Spaziergänge im Adamskostüm findet er eine Leiche und kurz darauf auch den passenden Mörder dazu. Zu dumm, dass dieser auch Andreas entdeckt. Dieser darf dem Mörder nämlich nun beim Schaufeln helfen. Und wenn er sich das frisch ausgehobene Grab nicht mit der Leiche teilen will, sollte er sich ganz schnell etwas einfallen lassen. Sein Plan: Gewinne das Vertrauen des alternden Killers Bruno und scheiß auf das Gesetz!  

Mit Absicht habe ich den Inhalt etwas salopper und vom Klappentext abweichend wieder gegeben, denn obwohl das Thema durchaus ernst zu nehmen ist und sich mitunter für unseren wackeren Protagonisten wahre Abgründe auftun, komme ich nicht umhin zu erwähnen, dass ich das Buch mit einem Dauerschmunzeln verschlungen habe. In erster Linie mag ich keine Krimis. Dieser hier weicht jedoch von der Norm ab. Ehrlich gesagt, habe ich so etwas noch nie gelesen, obwohl mir immer wieder "Der siebte Tod" von Paul Cleave in den Sinn kam. 
Hier wird man nicht pausenlos von exzentrischen Ermittlern genervt, deren Privatleben als Lücken füllende Nebenhandlung die ganze Geschichte zerstört. Andreas Steinmann erzählt seine Geschichte aus der ersten Person. Und das macht er auf unglaublich unterhaltsame Weise. Stefan Lehner schreibt mit einem nüchternen, furztrockenen Stil, dem unterschwellig eine ordentliche Portion schwarzen Humors anhaftet. Das hat mir nahezu die ganze Zeit ein entspanntes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Herrlich - genau mein Ding. Mehr als ein Mal dachte ich: Was für ein cooler Vogel!

Inhaltlich habe ich auch nichts zu bemängeln. Es gibt keine nervigen Längen, keine ausschweifenden Beschreibungen, dafür aber gut recherchierte Details und eine Menge Lesespaß. Die Story ist intelligent erzählt, hat Hand und Fuß und gipfelt in einem (für mich) offenen Ende. Da wäre, rein technisch gesehen, durchaus eine Fortsetzung drin. Sollte Herr Lehner sich dazu entschließen, wäre ich ziemlich sicher eine der ersten Käuferinnen. Insgesamt habe ich mich ausgesprochen gut unterhalten und das Buch in zwei Sitzungen regelrecht gefressen.  


Fazit: "Ich, der Killer: nackt und mörderisch" von Stefan Lehner war eine der Überraschungen dieses Jahres. Zugegeben, ich hatte nicht allzu viel erwartet und habe richtig viel bekommen. Dieses Buch ist ein unterhaltsamer Pageturner, der richtig Spaß macht. Hier wurde ein ernstes Thema gekonnt mit der genau richtigen Prise schwarzen Humors versehen. Volle Punktzahl und auch sehr gerne eine Kaufempfehlung.  


Details zum Buch:  
Taschenbuch: 224 Seiten  
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (16. Oktober 2012)  
Sprache: Deutsch  
ISBN-10: 1480022071  
ISBN-13: 978-1480022072  
Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,8 x 2 cm  
Preis: EUR 9,90 für das Taschenbuch und EUR 3,99 für das eBook
 

Sonntag, 11. August 2013

Monsterseelen - Jeamy Lee

Ein Journalist, eine russische Agentin und ein gigantisches Verschwörungsnetzwerk rund um die Organsisation "Pandoras Gral" bilden hier das Grundgerüst für einen nicht unbedingt leicht verdaulichen Horror-Mystery-Thriller. Sehr viel mehr über den Inhalt erfahren wir auch nicht im Klappentext und dabei sollte man es auch belassen, wenn man keine unverzeihlichen Spoiler generieren möchte.

Der Roman wurde in drei Akte aufgeteilt, die wiederum in kurze Kapitel unterteilt wurden, die der Autor mitunter beispielsweise nur als "Fragment 3" bezeichnet hat. Die Kürze dieser Fragmente kommt in erster Linie im ersten Akt zum Tragen.
Dort entsteht zunächst ein für mich einigermaßen schwieriger Einstieg in die Story. In ziemlich kurzer Zeit werden einem nämlich hier eine Menge Charaktere und Handlungsfetzen um die Ohren geworfen, die man erst einmal sortieren und speichern muss, bevor man in der Lage ist, sich auf die Geschichte zu konzentrieren.

Kurze Fragmente, kurze und knappe Sätze, eine abgehackte Schreibweise mit vielen angedeuteten Lücken   ( ... ), diverse Personen und immer wieder Häppchen aus diversen Handlungssträngen verlangen dem Leser hier einiges an Konzentration ab. An dieser Stelle komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass es mich ein wenig Überwindung gekostet hat, am Buch festzuhalten, weil ich diesbezüglich eher simpel gebaut bin und mich beim Lesen nicht anstrengen mag.

Dafür wurde mein Durchhaltevermögen nach dem ersten Drittel aber so richtig belohnt. Die Handlung verdichtet sich zunehmend, die Schreibweise beruhigt sich und alles bündelt sich irgendwie sehr raffiniert und gekonnt zu einer komplexen Einheit und einer wahnsinnig spannenden Geschichte. Jeamy Lee verlangt dem Leser anfangs zwar eine Menge Geduld ab, belohnt ihn dafür aber mit Action, einem intelligenten Plot, ordentlich Tiefgang und einer Menge guter Unterhaltung. Und schließlich fügt sich auch alles zu einem Ganzen zusammen.

Das Ende, wenn man das mal so sagen darf, haut richtig rein! Alle Achtung, gut gebrüllt, Herr Lee. Insgesamt dürfte jeder Splatter-Fan hier voll auf seine Kosten kommen. Es wird reichlich gefoltert und getötet. Diesbezüglich lasse ich nur den Begriff "Menschenversuche" fallen. Den Rest darf der geneigte Horror-Fan sich gerne selbst vorstellen. Nur so viel: schwache Mägen sehen von "Monsterseelen" besser ab.


Fazit:
"Monsterseelen" von Jeamy Lee Ist spannend, blutig, komplex und sehr beklemmend. Der doch sehr anstrengende Anfang führt leider zu einem Pünktchen Abzug, denn da muss man durch, um an das wirklich geniale Herzstück zu gelangen. Insgesamt aber unbedingt lesenswert. Wer sich durchbeißt, wird auf jeden Fall belohnt.


Details zum Buch:
Taschenbuch: 275 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (3. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1482064596 ISBN-13: 978-1482064599
Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 1,6 cm