Montag, 26. November 2012

Fictionfantasy.de "Phantast" Jahrbuch 2012


Gestern Abend erreichte mich noch spät eine Mail von Jürgen Eglseer, Chef des beliebten Rezensionsportales Fictionfantasy.de
Den Inhalt möchte ich gerne mit Euch teilen, weil ich denke, dass dieses Luxusteil den einen oder anderen Fan interessieren könnte.

"Das PHANTAST-Jahrbuch 2012 ist bereits in Reichweite: Auch in dieser Jahres-Ausgabe gibt es wieder das Beste aus den diesmal fünf PHANTAST-Magazinen plus reichhaltigem Bonusmaterial. Unter anderem enthält das mindestens 200 Seiten (vermutlich einiges mehr) umfassende Buch eine Novelle von Susanne Gerdom. Das Cover stammt von Lothar Bauer, Illustrationen unter anderem von Norbert Reichinger. Äusserlich wird es wieder eine Softcoverausgabe im Format 21x21 cm.

Das Jahrbuch erscheint in der ersten Februarwoche 2013 und kann ab sofort zu einem verbilligtem Subskriptionspeis unter
http://phantast.fictionfantasy.de bestellt werden.

PHANTAST ist ein Projekt von literatopia, fictionfantasy und roterdorn. Mindestens viermal im Jahr erscheint der PHANTAST als Themenheft kostenlos im PDF-Format. Ziel des seit 2011 erscheinenden Magazins ist eine Auseinandersetzung mit phantastischen Themen sowohl inhaltlich als auch äußerlich in hochwertiger Form." 


Mehr Infos über den Phantast, eine Vorbestellmöglichkeit und die bereits erschienenen Ausgaben als kostenlose PDF-Downloads findet Ihr auf

http://phantast.fictionfantasy.de  

Sonntag, 25. November 2012

Der ist nur tot - Zombie-Anthologie


Vorab bedanke ich mich herzlich bei allen beteiligten Autoren für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Klappentext:

"Ein kleiner Ort, auf dessen Friedhof irgendwer immer wieder Leichen ausgräbt. Eine Mutter, die die Chance bekommt, nach ihrem Tod ein Unrecht auszugleichen. Eine alternde Diva, die für ihre Schönheit einen fürchterlichen Preis zahlt. Ein inszenierter Übertritt ins Jenseits, der unerwartete Tücken birgt. Eine Frau, die ihren Mann aus seinem Grab befreit ...
In originellen und packenden Geschichten mit einer Bandbreite von Spannung über Mystisches und Philosophisches bis hin zu Splatter erzählen zehn Autoren von jenen Kreaturen, die zwischen Leben und Tod gefangen sind: Zombies!


Der Erlös dieses Buchs geht an den Herzenswünsche e.V., der schwer kranken Kindern und Jugendlichen Wünsche erfüllt (www.herzenswuensche.de)."



Diese Kurzgeschichtensammlung ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Autoren, die, wie im Klappentext bereits erwähnt, den Erlös dieses Buches einer ganz besonderen Einrichtung spenden. Die Einnahmen gehen an den Herzenswünsche e.V., der schwerkranken Kindern und Jugendlichen so gut wie möglich lang gehegte Wünsche erfüllt.

Enthalten sind eine Vielzahl richtig abgefahrener Zombie-Stories, die es so richtig in sich haben. Hier mal zur Übersicht das Inhaltsverzeichnis:

  • Jan-Christoph Prüfer: Die Dinge, die sie wissen
  • Markus Günther: Ein dubioses Angebot
  • E. M. Jungmann: Bloody Valentine
  • Mark Eyland: Stillstand
  • Anakreon G: Pater Anselms Bitte
  • Fred Ink: Lifting
  • Petra Carolus: Geliebter Feind
  • Maria Engels: Erwachen
  • Jens Behn: Draußen auf dem Lande
  • Uwe Kossmann: Alsterspaziergang
  • Silke Brandt: Die unbenannte Zone 

Jede Geschichte hat ihren ganz eigenen "Charme" und ist vom Stil des jeweiligen Autors geprägt. Und ich kann nicht anders, als zu sagen: Jede einzelne Story ist absolut lesenswert.

In "Der ist nur tot" verfahren die Autoren nicht nach Schema F, sondern verpassen den allseits beliebten Untoten immer wieder ein anderes Gesicht.
Abgesehen von Blut, Splatter und Gedärm, erwarten den horrorbegeisterten Leser hier auch eine gehörige Portion Sex und mitunter der eine oder andere Schmunzler.
Sogar für die anspruchsvolle Leserschaft ist die eine oder andere nachdenkliche Stelle enthalten, die einen auch über das Ende hinaus weiter beschäftigt.  

Wer nun glaubt, über Untote wurde bereits genug geschrieben und man kenne bereits alle möglichen Varianten, der kann sich mit "Der ist nur tot" auf eine gewaltige Überraschung gefasst machen.
Ich bin im Nachhinein immer noch absolut begeistert und kann kaum glauben, wie viele verschiedene Szenarien und Ideen man rund ums Thema Zombies platzieren kann. Die Vielfalt und der Ideenreichtum geben sich hier ganz gepflegt die Ehre.

Wenn ich dann noch in Betracht ziehe, dass diese abgefahren talentierten Autoren für kranke Kinder auf ihr Honorar verzichten, bekommt der Begriff "lesen" für mich eine neue, bessere Bedeutung.
Da wurden nicht einfach ein paar lieblos dahergeschriebene Geschichten in einen Topf geworfen. Vielmehr fand hier eine qualitativ hervorragende Auslese wirklich guter Stories statt, an der sich so mancher bekannte Autor gerne ein Scheibchen abschneiden darf. 

Fazit:
"Der ist nur tot" ist eine gelungene Zusammenstellung von Kurzgeschichten über Zombies, die mein kleines Horrorherz hervorragend gut bedient hat. Spannend - eklig - sexy und dazu noch für einen guten Zweck. Wer jetzt noch zögert, ist selber Schuld. Klare Kaufempfehlung!

Details zum Buch:

Das eBook:

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 514 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 224 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B008LVPKBO
  • Preis: EUR 2,99
Die Printausgabe:

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (13. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1480060259
  • ISBN-13: 978-1480060258
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 13,3 x 1,4 cm 
  • Preis EUR 7,99

Hier könnt Ihr das eBOOK oder die PRINTAUSGABE bestellen.

Viel Spaß !!!

  
 

Samstag, 24. November 2012

Das Grauen in den Bergen - Fred Ink



Ich bedanke mich vorab ganz herzlich bei FRED INK für das Rezensionsexemplar.

Klappentext:

"Ein Mann wird aus der Nervenheilanstalt entlassen und erfährt von einem mysteriösen Erbe. Die Suche nach seinen Wurzeln führt ihn tief in die Berge Neuenglands, wo zahlreiche seiner Vorfahren auf grausige Weise ums Leben kamen. Was erwartet ihn auf dem nebelverhangenen Gipfel? Welche Macht zieht unwiderstehlich an ihm und hat seine Familie ins Verderben gestürzt? Eine klassisch angehauchte Horrornovelle für Freunde der "alten Meister" wie Poe oder Lovecraft!"

Wir schreiben das Jahr 1927 in Neuengland. Roderick Usher wird aus einer Nervenheilanstalt entlassen. Kaum an der Bushaltestelle angekommen, wird er bereits von einem Fahrer erwartet, der ihn zum Notar Mr. Vanderbilt chauffiert. Dort erfährt er, dass er ein beträchtliches Erbe antreten soll, an das eine sonderbare Bedingung geknüpft ist. 
Seine Neugier und sein Wissensdurst übersteigen die Freude über das beträchtliche Erbe. So macht er sich auf den Weg in ein kleines Dorf in den Bergen, um seine Wurzeln zu ergründen und damit das unaussprechliche Grauen zu erfahren, das dort bereits auf ihn wartet.

Mit "Das Grauen in den Bergen" hat Fred Ink eine Horrornovelle geschrieben, die in Form und Schreibstil ganz klar an klassische Werke altbekannter Schriftsteller wie Poe und Lovecraft anlehnt. Deswegen war ich auch nicht überrascht, gleich zu Anfang die Widmung "Für Edgar und Howard" zu lesen. Auch im weiteren Verlauf der Novelle treffen wir immer wieder auf altbekannte Namen wie z.B. "Usher", die unmissverständlich klar machen, womit wir es hier zu tun haben.
Trotzdem wurde hier nicht etwa abgekupfert, sondern eine eigene - und wie ich finde - sehr gelungene Hommage an die Altmeister des Horrors geschaffen.

Roderick Usher erzählt seine Geschichte in einem langen Brief an seine Frau Magdalene. Der Schreibstil ist der damaligen Zeit entsprechend altmodisch angehaucht. Dies schadet aber der sich langsam aufbauenden Spannung in keiner Weise. Ganz im Gegenteil. Fred Ink gelingt es ausgesprochen gut, eine Art Lagerfeuerspannung aufzubauen. 
Jeder kennt vielleicht diese Momente, in denen jemand mit angstvoll geweiteten Augen und todernster Stimme seinen Zuhörern eine unfassbare Geschichte erzählt. Niemand will sie so richtig glauben, aber trotzdem ist man nicht in der Lage, wegzuhören. Und obwohl einen die Spannung fast auffrisst, will man das Ende kennen - egal wie schrecklich es sein könnte. So in etwa liest sich "Das Grauen in den Bergen".

Die gesamte Novelle ist ein einziges großes Geheimnis, und der Leser selbst wird sich dabei ertappen, wie er versuchen wird, es zu lösen. Es gibt Stellen in der Erzählung, an denen kluge Köpfe ihren Spaß haben werden. Wer aufmerksam liest, wird in der Lage sein, gewisse Rätsel zu entschlüsseln.
Ich persönlich mag interaktive Lektüre sehr gerne. Nur lesen kann jeder, oder?

Insgesamt war diese kurze aber reichhaltige Novelle ganz großes Kino. Es war durchgängig spannend, interessant und unterhaltsam. 
Abseits vom Mainstream der momentan vorherrschenden Ekel- und Splatterwelle ist Fred Ink hier ein kleines Schmuckstück gelungen, das dem Leser wieder Lust macht, sich einen heißen Tee zu kochen, sich in eine dicke Decke einzuwickeln und das Licht gerade so weit herunter zu drehen, dass man so eben noch in der Lage ist, zu lesen.
Supergut!

Fazit:
"Das Grauen in den Bergen" kann etwas, das viele andere Romane nicht können: Gänsehaut und Faszination erzeugen. Das war richtig guter Schauer-Horror, fabelhaft erzählt und in eine intelligent gestrickte Geschichte gepackt. Ich gebe dafür gerne eine Leseempfehlung.

Details zum Buch:

  • Taschenbuch: 140 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (28. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1478377089
  • ISBN-13: 978-1478377085
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,6 x 1,2 cm 
  • Preis: EUR 6,95
  • Preis für das eBook EUR 2,99

Das Taschenbuch kann man HIER bestellen.

Das eBook gibt es HIER.

Mehr über FRED INK 

Viel Spass !!!

 
 




     

 

  

Mittwoch, 21. November 2012

Dead Island - Mark Morris



Klappentext:

"Willkommen auf Banoi! Ein tropsches Inselparadies, wo du den Alltag einfach hinter dir lassen kannst.Willkommen im Royal Palms-Ressort-Hotel, das seinen internationalen Gästen jeglichen nur erdenklichen Komfort bietet. Willkommen an dem Ort, an dem sich der Himmel auf Erden in deinen schrecklichsten Alptraum verwandeln wird... Ohne Vorwarnung bricht eine furchtbare Seuche auf Banoi aus. Gäste, Hotelangestellte und Inselbewohner verwandeln sich über Nacht in blutrünstige Untote. Für die wenigen Überlebenden, die aus bislang unbekannten Gründen immun gegen die Seuche zu sein scheinen, beginnt nun ein erbarmungsloser Kampf ums überleben. Willkommen auf der Insel der lebenden Toten."

Banoi, eine malerische Trauminsel und begehrter Urlaubsort für Flitterwöchner und andere friedliebende Touristen bietet alles, was das Herz begehrt. Eine traumhaft schöne Umgebung, Luxus und Sonne satt. Wenn da nur nicht dieser grauenvolle Virus wäre, der von einem Moment auf den anderen harmlose Menschen in hungrige Zombies verwandelt.
Die aufmüpfige Australierin Purna,die ausgebildete Polizistin und aktuell Hotelangestellte Xian, der Ex-Sportler Logan und der Rapper Sam sind die vier Menschen, die es zum Teil aus unterschiedlichen Gründen auf die Urlaubsinsel verschlagen hat. Einiges haben jedoch alle gemeinsam. Alle Vier sind immun gegen den Virus. Sie sind jung, körperlich fit und absolut kampfbereit.

Teil 1 - Meinung der "nicht zockenden" Mutter:
Zum ersten Mal las ich einen "Roman zum Game". Dazu muss ich sagen, dass ich das gleichnamige Spiel zwar kenne, es aber selber nie gespielt habe.
Dementsprechend war ich gespannt, hatte aber keine besonders hohen Erwartungen.

Die Handlung erinnert insgesamt an diverse andere Ballerspiele, die ich kenne. Die Protagonisten hangeln sich durch sämtliche Bereiche, die typisch für solche Games sind - Waffensuche, wichtige Gegenstände suchen oder besorgen, Aufträge ausführen und Zombies erledigen als gäbe es kein Morgen mehr.
Allerdings war das Spektakel in Romanform sehr unterhaltsam und rasant geschrieben. Das muss man Mark Morris lassen. Es war wirklich alles andere als langweilig. Wie es der Horrorfan mag, gab es reichlich Splatter und Blutbäder. 
Auf Sex wurde in "Dead Island" komplett verzichtet. Soweit mir bekannt ist, dürfte dieser Punkt auch im Game kein Thema gewesen sein. Für meine Begriffe ist es auch ganz entspannend, wenn in einem Horrorroman mal nicht pausenlos geschnackelt wird. Schließlich gibt es wirklich Wichtigeres, wie zum Beispiel um sein Leben zu rennen.
Abschließend bekommt der Leser noch einen mittelprächtigen Endgegner und ein offenes Ende, wie es bei solchen Games oft üblich ist. Im Spiel selber wird damit wahrscheinlich der Folgeteil eingeläutet.

Die Charaktere haben einen gewissen Grundschliff, bleiben aber letztlich oberflächlich und blass. Wozu auch präzise Figuren formen, die sich im Grunde sowieso nicht viel unterhalten und sich mehr oder weniger pausenlos durch die Handlung metzeln? Für meine Bedürfnisse hat das absolut ausgereicht.

Sprachlich war ich auf den ersten 50 - 100 Seiten nicht ganz so begeistert. Viele Formulierungen wirkten oft plump und umständlich. Wahrscheinlich liegt das an der Übersetzung, die mitunter irgendwie ungeschickt rüber kam. Später wird es aber, warum auch immer, besser. Es scheint, als hätte die Übersetzung letztlich doch noch die Kurve gekriegt. Ansonsten freut sich der Leser über einen schlichten und schnörkellosen Schreibstil, dem man auch im Halbschlaf noch problemlos folgen kann.

Lobenswert ist (speziell für mich, die schon alt ist und schlechte Augen hat) die schöne große Schrift und der stabile, hochwertige Einband mit Klappbroschur.

Teil 2 - Meinung des "Gamerspezialisten", auch Sohn genannt:

Im Großen und Ganzen sind wir fast einer Meinung, außer, dass meinem Sohn die sogenannten "Über-Zombies" fehlen, die im Spiel mitunter ab und zu auftauchen. Im Buch gibt es den nämlich nur einmal. Ansonsten folgt der Roman, mit kleinen Abweichungen, der Handlung im Spiel, so dass der Leser, der auch das Game kennt, einige Elemente wiedererkennen wird.

Genau wie im Spiel, gab es auch im Roman nicht unnötig viele Dialoge. Im Spiel wurden damit wohl jeweils neue Gegner angekündigt. Sogenannte Videosequenzen des Games boten Mark Morris in seinem Roman die Basis für die wenigen ruhigen Momente. Auch das wurde ansprechend umgesetzt.

Insgesamt fand mein Sohn den Roman sehr unterhaltsam und gut gelungen.

Fazit:

"Dead Island" ist für Gamer eine gelungene Ergänzung zum Spiel, die Spaß macht.
Für mich war es nett, aber nicht überragend. Das mag daran liegen, dass ich in Sachen Zombie & Co. vielleicht schon etwas verwöhnt bin. Die Handlung war vorhersehbar aber unterhaltsam gestaltet. Null Anspruch, aber 100% Action. Wem das reicht, der kann mit "Dead Island" rockige Stunden erleben.

Details zum Buch:

  • Broschiert: 347 Seiten
  • Verlag: Panini Books (12. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833224487
  • ISBN-13: 978-3833224485
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 16 - 17 Jahre
  • Originaltitel: DEAD ISLAND
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,6 x 3,6 cm 
  • Preis: EUR 12,95

"Dead Island" könnt Ihr HIER bestellen.

Viel Spaß !!!
   

 
  

Freitag, 16. November 2012

Der wandernde Krieg - Sergej von Michael Schreckenberg



Vorab ganz herzlichen Dank an den Juhr-Verlag und Michael Schreckenberg für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Klappentext:

"Sergej weiß nur eins: Dass er seine Rache vollenden muss. Rache für den Mord an seiner Frau. Er bricht aus der Psychiatrie aus, um seinen Feldzug, den er vor Jahren begann, zu vollenden. In Leverkusen und Köln beginnt seine Suche. Er wird eine neue Liebe finden. Und er wird mehr und mehr entdecken, dass er Teil ist von etwas viel Größerem: die Figur in einem apokalyptischen Dreikampf, der sich in Langenrath, einem idyllischen Städtchen im Bergischen Land, entscheiden wird ... Michael Schreckenbergs epischer Mysteryroman gibt der Geschichte von Gut gegen Böse ein ganz neues literarisches Gesicht es ist auch das eines zerrissenen, düsteren, zugleich faszinierenden Helden. In Langenrath, einem fiktiven Ort im Bergischen Land, wächst die Bedrohung durch eine finstere Macht mit jedem neuen Tag. Und mit ihr die Spannung."

Sergej, der eigentlich Sebastian heisst, kann durch einen mehr oder weniger glücklichen Zufall aus der geschlossenen Psychiatrie entkommen. Dass er dort für viele Jahre gefangen war, verdankt er einer alten und bitterbösen Geschichte aus seiner Vergangenheit. Er befand sich vor langer Zeit bereits auf einem gnadenlosen Rachefeldzug, den er nun zu beenden gedenkt. Ein eingeweihtes, befreundetes Paar verhilft ihm zu einer neuen Identität und steht auch sonst an seiner Seite. Sergej nimmt seine Rachepläne wieder auf und beginnt, ohne es gleich zu merken, Teil eines uralten Krieges zu werden. Das kleine Städtchen Langenrath ist dazu bestimmt, der Schauplatz für einen finalen, apokalyptischen Kampf zu werden, dessen Teilnehmer schon seit Anbeginn der Zeit feststehen. Sergej ist einer von ihnen.

"Der wandernde Krieg" ist mein zweiter Roman von Michael Schreckenberg. Nachdem mich bereits "Der Finder" wirklich begeistert hat, konnte ich eigentlich nicht anders, als mich auf den vorliegenden Roman zu freuen.

Gleich auf den ersten Seiten hatte Herr Schreckenberg mich bereits im Sack. Der Protagonist Sergej/Sebastian ist ein intelligent gezeichneter Charakter, der schon zu Anfang mit einer gelungenen Mischung aus Gefahr und überlegener Stärke überzeugt. Dieser dunkle und vom Schicksal geschlagene Mensch fasziniert den Leser und fesselt ihn an die Geschichte, die diesen Charakter begleitet. 
Erst mit dem Auftauchen von Erin, zeigt Sergej auch etwas von seiner ursprünglichen, weichen Seite, die vor seinem Aufenthalt in der Psychiatrie typisch für ihn war. 
Erin ist in diesem Roman der sympathische, ruhende Pol. Sie verschafft Sergej und dem Leser Entspannung und Momente der Reflektion.
Auch die anderen Protagonisten dieser Story sind präzise gezeichnete Charaktere, die man beim Lesen klar vor sich sieht. 
Bei Bodo von Reudh hingegen war ich mir bis zum Schluß nicht sicher, mit wem oder was ich es genau zu tun hatte. Das war ein wichtiger Teil der Spannung, die bis zum Ende erhalten blieb. 

Und diese Spannung war - anders kann ich es nicht sagen - genial konstruiert. 
Michael Schreckenberg wechselt anfangs zwischen den einzelnen Handlungssträngen, indem er jedem Abschnitt lang und ausführlich gestaltet. Diese Abschnitte werden mit der Zeit immer kürzer und die Wechsel zwischen den Handlungssträngen geschehen häufiger. Als Leser spürt man, dass sich etwas Gigantisches zusammenbraut und der finale Showdown immer näher rückt. Da entwickelt sich eine Wandlung der Protagonisten selbst und ihren Beziehungen zueinander, die von Seite zu Seite intensiver wird. Dadurch baut sich eine faszinierend angespannte Atmosphäre auf, so dass man schließlich die drohende "Explosion" regelrecht herbeisehnt. 

Der Showdown ist schließlich auch intensiv und gewaltig und erfüllt damit komplett meine Erwartungen, die sich während des Lesens entwickelt haben. 

Ich möchte gerne noch kurz auf den Schreibstil zu sprechen kommen. 
Michael Schreckenberg ist in der Lage, Bilder im Kopf der Leser entstehen zu lassen. Angefangen bei der fiktiven Umgebung und aufgehört bei den inneren Zwiegesprächen der Charaktere, hat für mich in jeder Hinsicht alles gestimmt. Mit viel Gefühl und wunderbarer sprachlicher Wortgewalt zeigt Michael Schreckenberg, dass nicht alle großen Autoren unbedingt aus Amerika kommen müssen.
Immerhin hat er satte 14 Jahre lang an diesem Werk gearbeitet, und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

Mein einziger Kritikpunkt geht leider an den Verlag, denn der Roman war fürchterlich klein gedruckt und für mich ohne Lesebrille nicht zu schaffen. Das hat das Lesevergnügen ein wenig getrübt und leider auch unnötig verzögert.

Fazit:
"Der wandernde Krieg - Sergej" ist ein wortgewaltiger Mystery-Thriller, der mit einem nahezu unerträglichen Spannungsbogen eine unglaubliche Geschichte erzählt. Dafür gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Details zum Buch:

  • Broschiert: 415 Seiten
  • Verlag: Juhr; Auflage: 1., Auflage (10. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942625113
  • ISBN-13: 978-3942625111
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 3 cm 
  • Preis: EUR 10,90

Dieses Buch kann man HIER direkt beim Verlag bestellen.

Noch eine Sache, die mir am Herzen liegt:
Bitte unterstützt Eure Lieblingsverlage, indem Ihr Eure Bücher direkt über die Verlagsseite und nicht über Amazon oder andere Zwischenhändler bestellt. Solche "Umleitungen" bringen die Verlage um einen Teil ihres Einkommens. Amazon wird darüber hinweg kommen ;-)

          

Samstag, 10. November 2012

Benjamins Parasit - Jeff Strand



Ich bedanke mich mit schauerlichen Grüßen bei VOODOO PRESS für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Klappentext:

"Zu jedem Zeitpunkt beherbergt der menschliche Körper Millionen von Parasiten. Dies ist die Geschichte von nur einem von ihnen. Einem wirklich, wirklich widerlichen.
Benjamin Wilson hatte einen lausigen Monat, und das sogar noch vor seinen Magenschmerzen. Er wurde bald 40. Einer seiner Schüler war erschossen worden, während er mit einem Fleischerbeil Amok lief. Und kurz nach dessen Beerdigung fühlte sich Benjamin nicht so wohl …
Es verändert sich alles. Sein Körper wird auf eine unangenehme Weise beeinträchtigt. Sein Charakter entwickelt ein paar »Marotten«. Aber die größte Veränderung besteht darin, dass ein Haufen böser und/oder psychisch gestörter Leute versucht ihn umzubringen, um an den Parasiten zu gelangen. Seine einzige Hoffnung ist Julie, eine hinreißende Kopfgeldjägerin, die das Beste für ihn will – oder vielleicht auch nicht. Und die fähig genug ist, ihm irgendwie zu helfen – oder vielleicht auch nicht."

Benjamin Wilson, ein Englischlehrer und Familienvater, der seinem 40. Geburtstag entgegen sieht, steht kurz vor dem Trip seines Lebens. Noch läuft alles in geregelten Bahnen. Sein Leben gestaltet sich ereignislos und wenig aufregend, und anders will er es im Grunde auch gar nicht haben. Als eines schönen Tages plötzlich einer seiner Schüler mit einem Fleischerbeil Amok läuft und von der Polizei erschossen wird, ändern sich auch für Benjamin die ruhigen Verhältnisse.
Was kurz nach der Beerdigung des Schülers mit einem leichten Jucken in der Nase beginnt, eskaliert zu einem halsbrecherischem Road Trip zu Dritt. Benjamin, sein Parasit und Julie, eine betörend schöne aber schlagkräftige Kopfgeldjägerin.

"Benjamins Parasit" stand schon ziemlich lange auf meiner heimlichen Wunschliste, und das Warten hat sich gelohnt.
Jeff Strand versteht es nämlich wie kein Anderer, eine hochprozentige Mischung aus schwarzem Humor und Horror abzuliefern.
Den Löwenanteil dieser spaßigen Angelegenheit trägt dabei der Charakter von Benjamin Wilson. Dieser im Grunde bodenständige und eher langweilige Lehrer mutiert im Laufe der Story zu einem coolen, wenn auch tolpatschigen Actionhelden, der es ordentlich krachen lässt. Seine Slapstick-Einlagen haben mich mitunter Tränen lachen lassen. 
Seine Begleiterin Julie geht zwar mit einer gewissen Ernsthaftigkeit an ihre Aufgaben heran, wird aber durch Benjamin's unbeholfene Art öfter in unfreiwillig komische Situationen gebracht, als ihr lieb ist. 
Selten dämliche Bösewichte und ein eigenwilliger Parasit runden das Charakterangebot sagenhaft gut ab.

Jeff Strand's humoriger und lockerer Schreibstil erlaubt ein entspanntes und äußerst unterhaltsames Lesevergnügen.
Trotzdem kommt auch der Horror in diesem Roman nicht zu kurz. Der Leser darf sich auf reichlich Action und viele unangenehme Fleischwunden freuen. Auch die Erotik bekommt ihren wohlverdienten Platz in der Story. Allerdings werden auch dabei eher die Lachmuskeln als die dafür vorgesehenen Körperteile strapaziert.

Wer sich jetzt fragt, wie diese Mischung aus "Väter der Klamotte", "Kimble auf der Flucht" und "Alien" funktionieren kann, sollte sich einfach selber ein Bild machen und sich das Buch besorgen. 

Ich, für meinen Teil, habe jedenfalls Tränen gelacht und mich köstlich amüsiert. Langeweile sucht man hier wirklich vergebens. Die Story hat Wortwitz, Action, Comedy und Tempo. Was will man mehr?  

Nach "Grabräuber gesucht" und "Alleinstehender Psychopath sucht Gleichgesinnte" war dies jetzt mein dritter Roman von Jeff Strand, den ich quasi in einem Rutsch verschlungen habe. Leider sieht es nicht so aus, als würde Bastei Lübbe die Mayhem-Reihe fortsetzen. Deswegen bin ich um so gespannter, was VOODOO PRESS den Fans künftig noch bieten wird.  

Fazit:

Jeff Strand  hat mit "Benjamins Parasit" einen temporeichen, urkomischen Road Trip abgeliefert, bei dem kein Auge trocken bleibt. Ich empfehle eine Tüte Popcorn, ein stumm geschaltetes Telefon und eine abgestellte Klingel in Kombination mit einer Packung Kleenex für die Lachtränen. Wirklich guter Stoff!

Details zum Buch:

  • Broschiert: 280 Seiten (die Seitenangabe auf Amazon stimmt übrigens NICHT!!!)
  • Verlag: VOODOO PRESS (31. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902802189
  • ISBN-13: 978-3902802187
  • Originaltitel: Benjamins Parasite
  • Übersetzung: Verena Hacker
  • Preis: EUR 12,95 

"Benjamins Parasit" Könnt Ihr HIER bestellen.

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

Noch eine Sache, die mir am Herzen liegt:
Bitte unterstützt Eure Lieblingsverlage, indem Ihr Eure Bücher direkt über die Verlagsseite und nicht über Amazon oder andere Zwischenhändler bestellt. Solche "Umleitungen" bringen die Verlage um einen Teil ihres Einkommens. Amazon wird darüber hinweg kommen ;-)


 
  

Donnerstag, 8. November 2012

Traumnetze - Anthologie



Klappentext:

"Acht Kurzgeschichten von unterschiedlichen Autoren laden nicht nur zum Träumen ein, sondern lassen Träume erleben. Horror-, Thriller, Fantasy, aber auch lustige Geschichten fesseln und unterhalten den Leser auf über 100 Seiten.
„Die Buchstabenjunkies“ entführen Sie in Welten jenseits dessen, was Sie sich bei Tageslicht vorstellen können. "


Diese Anthologie wurde in Eigeninitiative von einer Reihe Autoren gestemmt, die, jeder für sich, in einer ausgesuchten Reihe von Kurzgeschichten ihr schriftstellerisches Talent unter Beweis stellen. Einige von ihnen finden sich auch in meinen Autorenportraits wieder.

Die Kurzgeschichtensammlung enthält Beiträge von:

Jeamy Lee (Autor, Illustrator)  
Niels Rudolph (Autor, Erzähler)
Brigitte Tholen (Autor)
Andreas Adlon (Autor)
Lena Glück (Autor)
Joerg Weber (Autor)
Maari Skog (Autor)
René Junge (Autor, Herausgeber)

Die Geschichten drehen sich rund um das Thema Träume und alles, was damit zusammenhängt.
Jeder kennt das: Man wacht auf und denkt sich: "Mein Gott, das war so schräg, das müsste man aufschreiben!"
In "Traumnetze" darf der Leser durch die Träume der unterschiedlichsten Protagonisten wandern. Da kann es mitunter vorkommen, dass man seine eigenen wirren Traumgebilde wiedererkennt. 
Die kleine aber geschmackvolle Auswahl der einzelnen Autoren ermöglicht dieser Anthologie eine lesenswerte Vielfalt an unterschiedlichen Schreibstilen und Genres.

Jede einzelne Story hat ihre ganz eigene Stimmung. Dabei reicht die Palette von absolut wirr und bizarr über zum Schreien komisch oder traurig und verzweifelt bis hin zu unheimlich und blutig. Fast jede mögliche Reaktion der Leser wurde in Betracht gezogen und wahr gemacht. Bei mir gab es dann verwirrtes Kopfkratzen,  laute Lacher, betroffenes Starren und leises Grauen.
Die Traumgeschichten sind so angeordnet, dass sich eine deutliche Steigerung ergibt. So werden sie von Seite zu Seite immer dunkler und werden schließlich auch ordentlich blutig. Es ist im Grunde für fast jeden Leser etwas dabei. Es gibt Kurzgeschichten aus den Bereichen Bizarro Fiction, Humor, Fantasy, Drama, Psycho-Thriller und Horror. Da sollte sich eigentlich für jeden Geschmack etwas finden lassen. Als einziges Manko empfinde ich das Fehlen erotischer Träume. Die hätten sich in dieser Anthologie noch richtig gut gemacht, wie ich finde.
 
Es würde ein wenig den Rahmen sprengen, auf jeden einzelnen Schreibstil gesondert einzugehen. Nur so viel: Dieses Erstlingswerk der Autorengruppe ist eine gelungene und unterhaltsame Mischung aus verschiedenen Talenten, die Lust auf mehr macht. 

Jeder einzelne Schritt zur Veröffentlichung wurde von den Beteiligten alleine bewerkstelligt. Allein das ist schon eine reife Leistung. Eine mögliche Fortsetzung mit den vorhandenen und evtl. noch weiteren Autoren und eine Erweiterung auf Erotik und luzide Träume wäre auf jeden Fall in meinem Sinne.

Fazit:
"Traumnetze" ist eine empfehlenswerte Reise in die nächtlichen Aktivitäten der Menschen. Nichts ist unmöglich - schon gar nicht im Traum. Was immer man auch für einen absurden Stoff träumen kann - In "Traumnetze" kann man ihn finden. Ich sage nur: Lest und staunt selbst!

Details zum Buch:

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 602 KB
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00A1GC984
Das eBook HIER bestellen !

Oder als Taschenbuch:

  • Taschenbuch: 104 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (7. November 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1480238880
  • ISBN-13: 978-1480238886
  • Größe und/oder Gewicht: 22,9 x 15,2 x 0,7 cm 
  • Preis: EUR 4,99
Das Taschenbuch HIER bestellen !

Viel Spaß !!!