Freitag, 31. August 2012

Auslosung zum Gewinnspiel vom 23. August

And the winners are... 

Nachdem ich es mir selber furchtbar kompliziert gemacht habe, um Gewinnwünsche zu berücksichtigen, gibt es keine gefühlten hunderttausend Fotos von den insgesamt 7 Ziehungen aus 7 Zettelhäufchen der 7 verschiedenen Gewinne ;-)
Glaubt mir, das war ein ziemliches Chaos hier. Aber nun bin ich durch und kann freudestrahlend die glücklichen Gewinner bekannt geben.

Also hier kurz und schmerzlos:

Die goldene Meile: Steffi A. aus S.

Bighead: Matthias S. aus K.

Infektion: Nadine E. aus L.

Vogelmanns Schatten:  Astrid H. aus S.

Graues Land: Michaela W. aus S.

Zombie-Shirt: Sandra M. aus D.

Parfum "By Night": Ramona H. aus M.

Euch allen herzlichen Glückwunsch!!! Eure Gewinne gehen am Montag in die Post.

An alle, die heute nicht unter den Gewinnern waren: Seid nicht traurig. Ich werfe künftig regelmässig meine Rezensionsexemplare in die Meute. Wenn es wieder soweit ist, werde ich es auf Facebook bekannt geben.

Liken lohnt sich also ;-)

Alle Daten, bis auf die der Gewinner, werden jetzt wieder gelöscht! 
Die restlichen Daten werden geschreddert, sobald ich die Post verschnürt habe.

Ich bedanke mich bei Euch allen für's Mitmachen und hoffe auf rege Teilnahme beim nächsten Mal :-)

 

Sonntag, 26. August 2012

Der Grabschänder - Carol Grayson







Vorab ein herzliches Dankeschön an Carol Grayson für dieses Rezensionsexemplar.

Inhalt laut Klappentext:

Nathan Lynch, Professor der Archäologie an einer New Yorker Universität,
ist im Besitz eines geheimnisvollen Amuletts und kommt dadurch einer
Verschwörung der Vampire auf die Spur. Diese werden angeführt von Count
Simon Ariel Langsley und seinem Sohn Damian. Sie manipulieren die
Menschheit bereits seit Jahrhunderten und wollen die gefallenen Engel
auf ihre Erweckung vorbereiten, um so den Himmel zurück zu erobern.
Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Aurelia Gravenport macht sich Lynch
auf die Suche nach der einzigen Waffe, die das Gelingen dieses Plans
noch verhindert kann: Das Schwert des Heiligen Michael.


"Der Grabschänder" weicht ziemlich von meinem üblichen Beuteschema ab. Wir haben hier keinen reißerischen Horrorschocker, sondern einen soliden und sehr abenteuerlichen Roman über Vampire und deren Jäger.
Professor Nathan Lynch, der oben erwähnte Archäologe ist ein sympathischer und abenteuerlustiger Vampirjäger, der mit seinem magischen Amulett Vampire aufstöbern kann. Zusammen mit Aurelia Gravenport erlebt er dabei einige sehr unterhaltsame Abenteuer.
Nathan Lynch ist der typische, leicht chaotische Professor, der mit seiner draufgängerischen aber überlegten Art prompt an den allseits bekannten Indiana Jones erinnert. Das macht ihn mir natürlich gleich sympathisch. Es hat Spaß gemacht, ihn auf seiner Jagd zu begleiten.
Die Vampire haben hier (Gott sei Dank) nicht ganz den Glitzerstatus á la Edward und Co. (na ja, vielleicht ein winziges bisschen), so dass dem twilightgenervten Leser überflüssige Schnulzenlängen erspart bleiben.
Allerdings gibt es in der Story einen interessanten Erklärungsansatz für den momentanen Vampirhype. Die Menschen sollen so nämlich an die Existenz der Vampire gewöhnt werden. Gar nicht so übel!
Natürlich bekommen wir auch ein bisschen Liebe und Leidenschaft geliefert. Die Menge und der Kitschgrad halten sich jedoch in dezenten Grenzen. Es gibt ein ausgewogenes Verhältnis von Erotik und Action. Man muss also kein Vampirfan sein, um an dieser Story Spaß zu haben. 
Ein kleiner Schuß Humor lockert ab und zu die Atmosphäre auf.
Ein schnörkelloser und geradliniger Schreibstil rundet das Lesevergnügen angenehm ab. Überflüssige Längen und detailreiche Beschreibungen stehen hier glücklicherweise nicht im Vordergrund, so dass ein stetiges Fortlaufen der Story nicht gefährdet wurde.
Diese Kontinuität wird noch durch das Fehlen von Kapiteln verstärkt. Einzelne Passagen sind lediglich durch Sternchen getrennt, was einen durchgängigen Lesefluß positiv unterstützt.
Da ich die Großdruckausgabe zu lesen bekam, erhöhte sich die Seitenzahl von ursprünglich 289 auf 475 Seiten, die ich aber sozusagen im Nullokommanichts weggelesen hatte. Sehr angenehm, mal keine Lesebrille zu brauchen.

Fazit:
"Der Grabschänder" ist ein sehr unterhaltsamer und abenteuerlicher Vampirschmöker, der nicht auf der aktuellen Vampirwelle mitschwimmt und nebenher auch Indiana Jones Fans glücklich macht.

Details zum Buch:
Erschienen im Januar 2011 beim Aavaa-Verlag
Preis: 11,99 €
Seiten: 289 (Großdruck 475, Minibuch 473)
ISBN: 978-3862544530

Das Buch bestellen und einen Blick hinein werfen kann man HIER 

Viel Spaß! 

Freitag, 24. August 2012

Bighead - Edward Lee



Inhalt laut Klappentext:

Nachdem sein Großvater gestorben ist, sitzt Bighead ganz alleine in der Hütte irgendwo im tiefen Wald von Virginia. Als das letzte Fleisch verzehrt ist, treibt ihn der Hunger hinaus in die »Welt da draußen«, von der er bisher nur von seinem Opa gehört hat ...

Wer oder was ist der Bighead? Wieso hat er einen Kopf so groß wie eine Wassermelone? Ist er ein mutierter Psychopath? Was er auch immer ist, Bighead ist unterwegs und hinterlässt eine Spur aus Blut und Grauen.


Der neue Roman von Edward Lee handelt von einem deformierten Jungen/Mann mit überdimensional großem Schädel, rasiermesserscharfen Zähnen und einem weniger scharfem Verstand. Er beschließt eines Tages, in die "Welt da draußen" zu gehen, um zu suchen, was seine innere Eingebung ihn finden lassen will. So metzelt er sich fröhlich durch die Wälder Virginias und gibt sich ganz seiner Leidenschaft für frisches Hirn hin. Was immer ihm vor die Futterluke kommt, wird vergewaltigt und verputzt.

Zeitgleich gibt es die beiden jungen Frauen Charity und Jerrica. Charity, die im ständigen K(r)ampf mit ihrer Frigidität steht, möchte ihre Tante besuchen. Jerrica, das genaue Gegenteil von Charity, ist eine drogensüchtige Nymphomanin. Sie bildet mit Charity eine Fahrgemeinschaft, um über deren Heimatgegend eine Zeitungsserie zu verfassen.

Dann haben wir da noch Balls und Dicky, zwei Alkohol schmuggelnde Hinterwäldler, die es Bighead gleich tun. Auch sie morden, vergewaltigen und foltern. Im Gegensatz zu Bighead, der es nicht besser weiss, betrachten die beiden das Ganze als Freizeitgestaltung. Dabei ist Balls die treibende Kraft, der, quasi immergeil, den geplagten Dicky von einem Horrorszenario zum nächsten mitschleppt.

Zu guter letzt ist da noch Pater Alexander, der in dieselbe Gegend abberufen wurde, um eine alte Abtei zu restaurieren. 
Hier gibt es auch gleich meinen ersten Pluspunkt. Pater Alexander ist ein fluchender, prügelnder, rauchender und saufender Rüpel mit wunderbar abgefahrenen Halluzinationen. Einfach nur herrlich!


Auf der Rückseite des Buches steht:


Der Verlag warnt ausdrücklich: Edward Lee ist der führende Autor des Extreme Horror. Seine Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis.

Ich gebe zu, nach "Haus der bösen Lust" habe ich darüber erst mal breit gegrinst.
Das Grinsen verging mir bereits beim ersten Satz.
Heiliger Bimbam, "Bighead" ist mit Abstand das krankeste, krasseste, ekelerregendste, widerwärtigste und blutigste Buch, das ich je gelesen habe. Klingt negativ? 
Aber wirklich nicht! Wenn ich das sage, ist es etwas Gutes, denn ich steh drauf - ich würde es am liebsten gleich noch einmal lesen.
Der Roman ist rasant, direkt und an jeder Stelle unterhaltsam. Lee bietet seinen Lesern hier absolut alles, was in einem anständigen Horrorschocker stecken muss. Ich habe wirklich schon viel gelesen und glaubte bis jetzt, alle guten Schockerszenen schon irgendwo erlebt zu haben. Edward Lee hat mir gezeigt, dass ich anscheinend bisher nur Blümchenhorror gelesen habe. Da gab es Szenen, bei denen ich fast mein Mittagessen wieder weggebracht hätte. Respekt, Edward Lee! Das schafft sonst höchstens noch Bryan Smith. Ich bin wirklich beeindruckt.
Manche Dinge waren so absurd und abgefahren, dass ich sogar lachen musste. Viele finden das vielleicht nicht witzig. Ich schon.

Einige andere Leser lobten den typischen Slang, den Lee für seine Hinterwäldler gerne verwendet. Ich muss zugeben, dass das mein absolut einziger (und kleiner) Kritikpunkt ist. Es ist meisterhaft geschrieben, keine Frage, und man gewöhnt sich auch sehr schnell an den Slang. Dennoch hat es mich ein bisschen genervt, weil der Slang nicht nur in der wörtlichen Rede, sondern auch in beschreibenden Textstellen verwendet wurde, wenn es um Bighead, Balls und Dicky und andere Hinterwäldlern ging. Witzig hingegen waren wiederum die absichtlich falsch geschriebenen Worte, die herrlich die natürliche Doofheit der Jungs rüberbrachte.

Anderer Meinung mit einigen Rezensenten bin ich ebenfalls in Bezug auf das Ende der Story. Ich weiss nicht, wie man daran bemängeln kann, dass es an den Haaren herbei gezogen sei. 
Wenn man realistische Geschichten lesen will, sollte man sich wohl besser keine Horrorstories kaufen. Ich frage mich manchmal wirklich, ob den Leuten klar ist, dass in fiktiven Geschichten unter Umständen völlig unrealistische Dinge geschehen könnten. Leute, was habt Ihr denn erwartet?
Das Ende hat mir tatsächlich supergut gefallen. Ich fand es abgefahren und absolut passend. Ein kleines bisschen hatte ich sogar damit gerechnet. Für mich war es bestens gelöst.

Fazit:
"Bighead" hat mich komplett vom Platz gefegt. Ich war nach dem Lesen total erschöpft, angenehm geschockt und glücklich. Dieses Buch hat jedes bisher gelesene Gore-Spekatakel blass aussehen lassen. Ich bin gespannt, ob das noch getoppt werden kann. Klare Kaufempfehlung für Gleichgesinnte.

Details zum Buch:

Erschienen beim Festa-Verlag 

Deutsche Erstausgabe
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
352 Seiten
Originaltitel: The Bighead
Übersetzung: Manfred Sanders
ISBN 978-3-86552-161-3

Preis: 13,95 € 

Bestellen könnt Ihr "Bighead" HIER 

Das eBook bekommt Ihr HIER 

Eine kostenlose Leseprobe befindet sich HIER 

Viel Spass!!! 

Donnerstag, 23. August 2012

Gewinnspiel zum 1. Blog-Geburtstag

Gewinne + Gewinne + Gewinne


Heute starte ich ein nettes Gewinnspiel anläßlich des ersten Jahrestages meines Blogs "Horror and more". Damit bedanke ich mich bei Euch allen für's lesen und liken und für unfaßbare fast 11000 Besucherklicks. Horrorfans sind die besten Fans. Ihr seid der Hammer!!!

DANKE!!!

Das Motto dieses Mal lautet:

Wie krank seid Ihr wirklich ???

Denn gewinnen können hier nur die krassesten Horrorfans überhaupt ;-)

Und hier kommen die Preise:


Es gibt insgesamt sagenhafte 5 Bücher zu gewinnen, die ich zum Teil selber gekauft habe oder als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekam. Alle Bücher werden von mir immer sehr pingelig behandelt. Deswegen sind sie zwar gelesen, aber im Grunde wie neu. Als da wären:

  • BIGHEAD aus dem Hause FESTA 
  • Vogelmanns Schatten von VOODOO PRESS  
  • Graues Land vom LUZIFER-VERLAG 
  • Infektion von Heyne
  • Die goldene Meile von Goldmann  

Aber das ist noch nicht alles!




Hier habe ich noch ein limitiertes Fanshirt in XL (fällt klein aus!), nagelneu - mit einem tollen Walking Dead Motiv. Grundfarbe ist ein Mix aus grau und khakigrün.

Und zuletzt hätte ich noch:




Christina Aguilera "By night", 15ml Eau de Parfum, für Mädels, die die Nacht lieben!!!


Nun zurück zum Gewinnspiel.
Ich möchte Eure krankesten Buchwünsche wissen. Postet mir hier in den Kommentar Eure drei grausamsten,ekeligsten, krankesten zukünftigen Bücher, die Ihr Euch wünscht oder demnächst kaufen wollt. Kommt mir jetzt nicht mit Schmusefantasy! Ich will hier richtig krasse Horrortitel lesen.

Zusätzlich müßt Ihr, um teilnehmen zu können, eine Nachricht über das Kontaktformular (oben links) an mich senden, denn ich brauche Eure Adresse, damit ich im Gewinnfall nicht wochenlang nach Euch fahnden muss. Außerdem solltet Ihr einen Gewinnwunsch in dieser Nachricht äußern. Ich versuche, es beim Auslosen zu berücksichtigen, kann es aber nicht versprechen. Der Mann, der trotzdem evtl. das Parfum gewinnt, darf es dann gerne seiner Freundin schenken ;-)

Teilnehmer aus der Schweiz und Österreich sind ebenfalls herzlich Willkommen. Das Porto wird mich schon nicht töten.

Also: Kommentieren,  Adresse mit Gewinnwunsch via Kontaktformular an mich (oder an carmen.weinand@facebook.com ), und der Drops ist gelutscht.

Nicht Bedingung, aber ein Wunsch meinerseits wäre, wenn Ihr regelmässige Leser dieses Blogs werdet und/oder meine Facebookseite mit "Gefällt mir" markiert.

Also ... ich, an Eurer Stelle, würde das tun, denn ich werde künftig öfter meine Rezensionsexemplare verlosen ;-)

Horror and more auf Facebook *klick* 

Das Gewinnspiel läuft genau eine Woche lang bis zum 30.08.2012, 00.00 Uhr.

Am 31.08.2012 wird ausgelost und am Montag darauf werden die Gewinne verschickt.

Leute, vergesst nicht, mir die Mail zu schicken, s.o. !!!

Einige haben keine Mail geschickt! 


Los geht's !!!


Sonntag, 19. August 2012

Vogelmanns Schatten - Steven Savile



Vorab ganz herzlichen Dank an Voodoo Press für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Inhalt laut Klappentext:

Dein Problem, Stadt, besteht darin, dass du keine Seele hast ...

Declan Shea lernt die Bedeutung dieses Satzes auf die harte Tour kennen, als ihn ein Übel, das so alt ist wie die Stadt selbst, systematisch aller Hoffnung und Menschlichkeit beraubt. Ein Verkehrsunfall, Obdachlose, ein Vogelmann und Abtrünnige aus Lyman Frank Baums Zauberreich Oz – all diese Alpträume finden in einem einzelnen Schockmoment im Schatten einer Brücke zusammen. Declans Leben wird nie mehr so sein wie zuvor, weil die Stadt – jene ohne Seele – ihn zu ihrem Retter auserkoren hat. Während der Krieg in den finstersten Winkeln Newcastles tobt, muss Declan Shea ums Überleben kämpfen.
Woher ich das weiß?
Ich heiße Declan Shea, und mehr als der Name ist mir nicht geblieben. Ich bin zurückgekehrt, um die Lichter übers Wasser hinweg zu betrachten. Unerreichbar wie die Himmelpforten erscheinen sie mir. Mehr als alles andere möchte ich losgehen. Ihr begreift nicht, was das bedeutet – noch nicht, aber das wird sich bald ändern …


Declan Shea, unser Protagonist, erfährt in "Vogelamanns Schatten" eine sowohl körperliche als auch geistige Wandlung und nimmt den Leser mit auf eine Reise in die tiefsten Winkel unseres Vorstellungsvermögens.

Nachdem er bei einem Autounfall ungewollt einen Stadtstreicher tötet, endet auch sein altgewohntes Leben und macht Platz für eine andere Art von Existenz. Nichts ist mehr, wie es war - nichts ist mehr, wie es zu sein scheint. 
Stadtstreicher, die sich selbst verstümmeln, groteske Begegnungen und bizarre Ereignisse bestimmen von nun an sein Leben. Als er beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, begegnet er Malachi, einem alten, geheimnisvollen Mann, der sich seiner annimmt und ihn auf seine Bestimmung vorbereitet. Declan's Schicksal ist bereits beschlossen und besiegelt - er weiß es nur noch nicht ...

Der Protagonist erzählt uns seine Geschichte aus der Ich-Perspektive. Wir dürfen einen intensiven Blick in seine Seele werfen und auf diese Weise tief ins Geschehen eintauchen.
Vogelmanns Schatten ist kein Horror-Roman im üblichen Sinne. Hier jagt keine Action die nächste, und hier sitzt auch niemand zitternd im Dunkeln. Spannung wird in diesem Roman anders erzeugt. Ich habe lange darüber gegrübelt, wie ich es am besten beschreiben kann, um dann zu dem Ergebnis zu kommen, dass mir dazu eigentlich der entsprechende Wortschatz fehlt. Die düstere und äußerst bizarre Atmosphäre ließ mich augenblicklich an den Film "The Crow" denken. Wir haben einen Helden, der eigentlich keiner ist und der auch keiner sein will. Seine bizarren Erlebnisse, so absurd sie einem auch erscheinen mögen, nehme ich als "normal" hin, obwohl sie alles andere als das sind. Zu verdanken habe ich das Steven Savile's äußerst bildhaftem Schreibstil, der in seiner vielfältigen Wortgewalt schnell die Kontrolle über mein oberflächliches Denken übernimmt. Manche Sätze habe ich mehrmals gelesen, weil ich eine andere, seichtere Lesegeschwindigkeit gewöhnt bin.
Für dieses Buch musste ich mein Leseverhalten ändern. Ich las anfangs mit einem Stirnrunzeln und später mit ehrfürchtigem Staunen über diese besondere Art zu schreiben.

Fast würde ich diesen Roman als lyrisch bezeichnen. Es reimt sich nichts, man kann es auch nicht singen, aber es hat durchaus dichterischen Tiefgang. Ich habe, neben einer Vielzahl an Metaphern, philosophische Ansätze entdeckt, die menschliche und gesellschaftliche Aspekte hervorheben. Als besonders hervorgehoben empfand ich das Gleichgewicht aus Geben und Nehmen, das es zu bewahren gilt. So kann man tatsächlich behaupten, dass "Vogelmanns Schatten", zumindest für mich, eine Moral hat. Diesbezüglich hat mich die Geschichte selbst über das Lesen hinaus noch intensiv beschäftigt.

Umgebungen und Zustände sind detailreich und bildhaft beschrieben. Das gilt auch für die Horrorelemente, die ebenso reichlich wie ausführlich vorhanden sind. In diesen Szenen wird nichts ausgelassen oder beschönigt. Hier ist die Schreibweise hart und direkt - drängt mir grauenvolle Bilder auf und bedient ausgesprochen gut meine primitive Horrorgier.

Ich sage es, wie es ist: Steven Savile hat eine ausgesprochen blühende Fantasie, die er mit Worten und inneren Bildern zum Ausdruck bringt, die man nicht so schnell verarbeiten kann, wie man lesen möchte. Deswegen habe ich für dieses Buch auch länger als üblich gebraucht. Es war sehr anstrengend, und ich fühle mich erschöpft und ausgelaugt. Trotzdem bekomme ich die Bilder und Eindrücke nicht aus meinem Kopf. Ich grüble darüber nach, versuche zu verstehen und komme zu keinem Ergebnis, weil es keines gibt. Man muss das Buch selber gelesen haben, um zu verstehen, was ich meine. Deswegen habe ich jetzt auch das Gefühl, mit vielen Worten rein gar nichts gesagt zu haben.

Fazit:
"Vogelmanns Schatten" ist dunkel, bizarr, intelligent und bildhaft. Es ist ein anspruchsvolles Werk, das dem Leser seine ganze Aufmerksamkeit abverlangt, ihm aber eine wertvolle Leseerfahrung schenkt, wenn er sich ihm hingibt.

Details zum Buch:


ISBN: 978-3-902802-24-8

EUR 13.95

Taschenbuch
Deutsche Erstveröffentlichung
Übersetzer: Andreas Schiffmann
Originaltitel: The Laughing Boy´s Shadow
280 Seiten


Erschienen bei Voodoo Press.

Vogelmanns Schatten HIER bestellen.

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

Samstag, 11. August 2012

Graues Land - Michael Dissieux







Inhalt laut Klappentext:


Harvey und Sarah führen ein glückliches, ruhiges Leben in den Bergen. Als Sarah erkrankt, kümmert sich der alte Harv liebevoll um seine Ehefrau. 
Doch eines Tages hat sich etwas geändert – in der Welt da draußen. Es beginnt damit, dass die Fernsehsender kein Programm mehr ausstrahlen, dann fällt die Stromversorgung aus, auch das Telefon verstummt. 
Ein grauer Schleier umhüllt das Land. Eine trügerische Stille liegt über den Feldern, über dem Haus. 
Des Nachts glaubt Harvey, Kreaturen ums Haus schleichen zu hören. Und die kurze Begegnung mit einer jener Kreaturen im Garten bringt die schreckliche Gewissheit, keiner Einbildung erlegen zu sein.
Harvey beschließt, in Erfahrung zu bringen, was zum Teufel mit der Welt geschehen ist. 
Und so steigt er in seinen rostigen Van und fährt hinüber zu seinem alten Freund Murphy, der ein paar Meilen die Straße hinab ein kleines Lebensmittelgeschäft betreibt. 
Doch dieser scheint bereits dem Wahnsinn anheim gefallen zu sein ...
Mit "Graues Land" liefert Michael Dissieux den Lesern ein Erstlingswerk der besonderen Art.
Zu Beginn darf der Leser sich noch entspannen. Die ersten Seiten sind geprägt von Erinnerungen und Gefühlen, die der Autor auf seine ganz eigene und unvergleichliche Art wiedergibt. Der Protagonist Harvey findet sich im oben genannten Szenario wieder und erzählt aus der Ich-Perspektive, was in ihm vorgeht.
Was zunächst nur melancholische Erinnerungen eines alten Mannes zu sein scheinen, wandelt sich ganz allmählich in eine der gelungensten Darstellungen einer apokalyptischen Atmosphäre, die mir schlicht das Atmen erschwert hat.

Ohne übertreiben zu wollen, kann ich guten Gewissens sagen, dass "Graues Land" einer der wenigen Romane ist, die sich wie ein schweres Gewicht auf meine Brust gelegt und mich mit ihrer Stimmung fast erdrückt haben.

Die Eindrücke des Protagonisten Harvey sind meisterhaft gut erzählt und erfahren im Laufe der Handlung noch eine Steigerung. Die Stimmung wandelt sich, ohne plump oder holprig zu werden, von melancholisch zu hoffnungslos bis hin zu grauenvoll.
Es gab tatsächlich Momente, in denen mir das Grauen den Nacken hoch kroch, ich den Atem anhielt und ich vor Schreck fast mein Buch weggeschmissen hätte, als hier plötzlich das Telefon klingelte.
Das gelingt bei mir nur ganz wenigen Autoren. Respekt!
Ich habe mich außerdem dabei ertappt, dass ich aus dem Fenster sah, um mich zu vergewissern, dass hier alles noch da ist - dass meine Welt, wie ich sie kenne, noch existiert.

Die langsame Steigerung der Stimmung läuft parallel zur steigenen Handlungsdichte. Wo Anfangs noch nicht wirklich viel passiert, kommt man gegen Ende der Story kaum zum Durchatmen. Es war unfassbar spannend und hat schliesslich auch noch mein blutrünstiges Horrorherz so gut bedient, dass ich am liebsten geheult hätte, als der Roman schliesslich zuende war.
Einziges Manko: Es bleiben bis zum Schluß einige Fragen offen, die ich aber hoffentlich im zweiten Teil "Die Schreie der Toten" beantwortet bekomme.
Schliesslich möchte ich noch erwähnen, dass mir die Illustrationen, die ab und zu im Buch auftauchten, sehr gut gefallen haben. Sie haben die Stimmung perfekt wiedergegeben und waren ein echtes Highlight.
Außerdem hat das Taschenbuch einen hochwertigen und sehr stabilen Einband, was das Buch auch nach dem Lesen noch wie neu erscheinen lässt.
Daran könnten sich große Verlage mal ein Beispiel nehmen.
Denkt mal drüber nach, Heyne und Co.!

Fazit:
"Graues Land" ist ein Schmuckstück unter den Endzeit-Thrillern. Dieses Buch hat mich quasi umgehauen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Leider kann ich nicht mehr als eine klare Kaufempfehlung geben, aber die gebe ich laut schreiend!

Details zum Buch:

"Graues Land" erschien im Dezember 2011 beim LUZIFER-Verlag.

  • Broschiert: 270 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3943408035
  • ISBN-13: 978-3943408034
  • Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,3 x 20,5 cm 
Bestellen kann man "Graues Land" HIER als Taschenbuch
oder
HIER als eBook.
Viel Spaß !!! 



Montag, 6. August 2012

Musik der Finsternis - Tim Svart



Tim Svart "entdeckte" mich sozusagen auf Twitter und bat mich, diese Kurzgeschichte zu lesen. Deswegen an dieser Stelle herzlichen Dank für das persönliche Rezensionsexemplar.

Inhalt laut Amazon:

"Eine Stadt, eine finstere Gasse und ein geheimnisvolles Haus, das von unheimlicher Musik und seltsamen Geräuschen erfüllt wird. Laut meinem Vermieter stammte die Musik von einer attraktiven Musikstudentin, die das abgelegene Mansardenzimmer über mir für ihre musikalischen Übungen nutzte. Angezogen und fasziniert von den düsteren Melodien beschloss ich, die junge Frau zu treffen. Doch diese gab sich verschlossen und flüchtete sich zunehmend in eine geheimnisvolle Welt voller dämonischer Gefahren. Zu spät überkam mich eine Ahnung, auf welche finsteren Mächte sich meine Nachbarin offenbar eingelassen hatte."

Wer mich kennt, weiss, dass ich (Schande über mich) kein Fan von Lovecraft, Poe usw. bin.
Diese Kurzgeschichte ist in der Tat ein Tribut an H.P. Lovecraft und gleichzeitig der Auftakt einer Reihe, die sich "A tribute to..." nennt.

Deswegen war ich im Anschluß an die Lektüre außerordentlich entzückt darüber, was Tim Svart letztlich daraus gemacht hat.

"Musik der Finsternis" scheint explicit für Lovecraftmuffel wie mich geschrieben worden zu sein.
Die Story spielt in der heutigen Zeit und ist auch sprachlich etwas moderner angehaucht. Dennoch ist Tim Svart's Schreibstil mit dem der zeitgenössischen Autoren nicht unbedingt vergleichbar. Die Geschichte ist wortgewaltig und vielseitig geschrieben, überschreitet aber dennoch nicht die Grenze zur Übertreibung, so dass man ihr immer noch eine gewisse Dezenz zuschreiben kann. Fäkalsprache sucht der Horrorfan hier vergebens, und das wäre angesichts des Werkes in seiner Gesamtheit auch völlig unangebracht. 
Wir müssen auch auf Splatter verzichten, aber auch das hat mir in diesem Fall nicht gefehlt.
Der Autor überzeugt mit seiner Kurzgeschichte einzig und allein durch seine Erzählkunst, die mich durchaus fesselte. 
Das Ganze erinnerte mich ein bisschen an diese typischen Schauergeschichten, die man sich hinter vorgehaltener Hand am Lagerfeuer erzählt, von denen aber niemand so genau weiss, ob sie wahr sind oder nicht.
Eine Prise Erotik, ohne zu vulgär zu werden, rundet diese gelungene Gruselstory gekonnt ab.

Fazit:

Tim Svart hat es geschafft, eine für mich normalerweise völlig uninteressante Geschichte in eine spannende und fesselnde Lektüre zu verwandeln. Ich persönlich finde das sehr gut gelungen. Diese Reihe werde ich definitiv im Auge behalten.

Details zum eBook:

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 115 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 30 Seiten
  • Verlag: SSM (12. Mai 2012)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0082X9DT6

"Musik der Finsternis" kann man HIER bestellen.

Viel Spaß !!! 

Roadkill - Sönke Hansen



Vorab herzlichen Dank an Sönke Hansen für dieses wirklich sehr unterhaltsame Rezensionsexemplar.

Inhalt laut Amazon:

Für den Loser Dave ist es ein ereignisloser Tag wie jeder andere auch.
Doch als es an der Tür klingelt und er sie öffnet, hat sich die Welt verändert.
Für ihn und seinen Freund Jesper beginnt ein Roadtrip quer durch ein von Zombies verseuchtes Deutschland.
Und das nicht nur im Bademantel, sondern obendrein noch in der Gesellschaft einer militanten Nazi-Bande.
Ob es den sagenumwobenen Stützpunkt an der Ostsee wirklich gibt?



"Roadkill" kommt als kleines kompaktes eBook daher und ist mit seinen gerade mal 110 Normseiten eine eher kurze Sache. Deswegen ist der Begriff "Novelle" hier absolut angebracht.


Der Roman beginnt nach einer kurzen Einleitung bereits sehr rasant und actionreich. Man ist mitten im Gemetzel, bevor man überhaupt realisiert hat, dass es schon begonnen hat.
Der blutrünstige Leser bekommt ziemlich schnell was er will. Das Massaker beginnt plötzlich und läßt absolut nichts aus. Ein Beat'em up Game mit atemlosen Prügel- und Dreschmanövern könnte nicht spaßiger sein.
In diesem Tempo geht es im Prinzip auch bis zum Ende weiter. Es wird geprügelt, geschnitten, gehackt, zerfleischt und gemetztelt bis die Schwarte kracht. 
Atempausen gibt es eher selten, aber das ist auch nicht das, was der Zombiefan will, oder?
In "Roadkill" verzichtet Sönke Hansen fast komplett auf ausufernde Beschreibungen und zwischenmenschliche Belange. Bis auf wenige persönliche und familiäre Details bleibt der Protagonist ein eher oberflächlicher Kandidat, der uns ausschließlich das liefert, was wir wollen - permanente Action, keinerlei unnötiges Geschwafel und eine gesunde Portion Galgenhumor.

Das brisante Thema Nationalsozialismus ist nur ein kleiner und eher unbedeutender Teil der Novelle, der aber trotzdem während der gesamten Story präsent ist.


Sehr gut gefällt mir Sönke Hansen's Schreibstil - knapp, knackig und auf den Punkt. So soll es sein, und so mag ich es.


Es ist immer schwierig, etwas zum Ende zu sagen, ohne zu spoilern. Nur so viel:

Sehr cool und für meine Begriffe ansprechend gelöst.



Fazit:


"Roadkill" war ein temporeiches und blutiges Lesevergnügen. Dafür sind die eReader wie gemacht. Gerne mehr davon - klare Kaufempfehlung!


Details zum Buch:


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 228 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 74 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0083TT2K4

"Roadkill" kann man HIER bestellen.


Viel Spaß !!!