Sonntag, 29. Juli 2012

Kalte Berechnung - Stefanie Maucher



Vorab ganz herzlichen Dank an dotbooks.de für dieses Rezensionsexemplar.

Inhalt laut dotbooks.de:

Er denkt, er kann sie kontrollieren.
Er denkt, sie wird ihm ihre Unschuld schenken.
Er weiß noch nicht, auf was er sich eingelassen hat …

Hand auf’s Herz: Wenn Sie hören, dass ein Kind missbraucht wurde – hegen Sie dann nicht auch für einen Moment den Wunsch, den Mistkerl zu bestrafen? Nur: Was passiert, wenn jemand es wirklich tut?


"Kalte Berechnung" von Stefanie Maucher ist ein Kurzroman, der unter die Haut und an die Nerven geht. Das brisante Thema Kindesmißbrauch ist der Ausgangspunkt dieser fesselnden Story.

Wir haben es hier mit einem Roman zu tun, bei dem der Inhalt hält, was das Cover verspricht. 
Die Protagonistin ist eine Mutter, dessen Charakter Stefanie Maucher gnadenlos gut gelungen ist. Sie vereint die Eigenschaften Unschuld, Angst und Härte in einer Person, und das wurde hervorragend umgesetzt. Die Mutter ist voller Wut und Abscheu, bleibt dabei jedoch gleichzeitig immer ein Mensch.
Wir, als Leser, dürfen voller Spannung einen intensiven Blick in ihr Innerstes werfen.

Wie auch schon in ihrem ersten Roman "Franklin Gothic Medium", bleibt Stefanie Maucher in konsequenter Qualität die Herrin über ihre eigene Wortgewalt. Ohne aufgesetzt oder überladen zu wirken drischt dieser Text äußerst wirkungsvoll auf einen ein. Dabei macht die Autorin auch keinen Bogen um sexuelle Ausführungen. Sie  knallt dem Leser die Fakten auf den Tisch - ungeschönt und nackt.

Ich fand es durchweg spannend und beängstigend realistisch. In jeder einzelnen Minute war ich angespannt und habe mitgefühlt. Gerne hätte ich das Ganze etwas ausführlicher gehabt, denn die Story hat durchaus Potential für ein mittelschweres Taschenbuch.

Fazit:
"Kalte Berechnung" hinterlässt trotz seiner Kürze von nur 56 Seiten einen bleibenden Eindruck. Dieser Roman macht einen wütend. Man möchte hinein springen und mitmachen.

Details zum eBook:

Erschienen im Juli 2012 bei dotbooks.de.

Seiten: 56
eBook-Preis:
2,99 EUR
ISBN:
eBook 978-3-943835-15-1
Format:
ePUB  

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

"Kalte Berechnung" bei dotbooks.de oder bei Amazon bestellen.
 

Viel Spaß !!!

Dimension - Manuel Schenk



Inhalt laut Klappentext:

Ein junger Mann erwacht mit dröhnenden Kopfschmerzen in einer Wohnung. Erinnern kann er sich nicht einmal an seinen eigenen Namen. Doch etwas stimmt nicht mit den Räumen, die eigentlich ein behagliches Zuhause widerspiegeln sollten. Die Zimmer sind verwüstet, sämtliche Möbel sind vergammelt oder zerstört. Es sieht aus, als wäre in den letzten zwanzig Jahren niemand mehr hier gewesen.
Auf der Straße erwartet ihn ein Bild der Verwüstung. Die ganze Stadt scheint verlassen und verfallen zu sein. Die Häuser sind mittlerweile Ruinen, als hätte ein jahrzehntelanger Krieg getobt. Überall liegen Trümmer und Überreste herum.
Verzweifelt und voller unbeantworteter Fragen macht er sich auf die Suche nach anderen Menschen und nach Antworten. Doch was er findet, hätte er besser niemals entdeckt. 



Als großer Fan von sogenannten Endzeit-Thrillern, war "Dimension" für mich eine perfekte Lektüre.
Manuel Schenk schuf eine düstere, trostlose Atmosphäre und ein beklemmendes Gefühl der Hoffnungslosigkeit inmitten einer vollkommen zerstörten Umgebung.
Die Kürze des Romanes ließ keine ausschweifenden Beschreibungen und überflüssige Längen zu, und das war auch gut so. Die einzelnen Charaktere werden nur grob umrissen, sind aber ausreichend genug beschrieben, um deren Bedeutung für die Story festzulegen.
Da ich keine Liebhaberin von schnörkeliger Sprache und unnötigen Ausführungen bin, kam mir der knappe und direkte Schreibstil sehr entgegen. Kurze Sätze und klare Ansagen beherrschen die Geschichte, so dass ich der Story ohne große Mühen folgen konnte. 
Über die näheren Umstände der Situation wird der Leser größtenteils im Unklaren gelassen. 
Leider war der Roman viel zu schnell zuende, ohne die offenen Fragen zu klären. 
Da in meinen Augen das Ende ebenso offen ist, hege ich die Hoffnung, irgendwann einmal eine Forsetzung lesen zu dürfen.
Das Thema an sich und die einzelnen Aspekte der apokalytischen Story sind nicht neu und sicherlich schon des öfteren da gewesen. Dennoch ist die Umsetzung gut gelungen und macht Lust auf mehr.


Splatter und Sex wird man in "Dimension" vergebens suchen. Das hat mir aber, ehrlich gesagt, auch nicht sonderlich gefehlt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Geschehen. 
Nun stellt sich mir die Frage: War das schon alles? Das jähe Ende schmälert meine Begeisterung ein wenig, weil ich nicht weiss, ob es irgendwann weiter gehen wird. Eigentlich wäre das sehr schade, denn es hat wirklich gut begonnen und müsste dringend fortgesetzt werden.
Manuel Schenk schuldet dem Leser einige Antworten.


Können wir damit rechnen? Ich wäre wirklich entzückt über einen Kommentar des Autors.


Fazit:
"Dimension" ist ein wirklich gut gelungener, solider Endzeit-Thriller mit Potential zu wesentlich mehr. War dies der Auftakt zu einer Reihe? Ich würde es mir wünschen.


Details zum Buch:


  • Taschenbuch: 120 Seiten
  • Verlag: CreateSpace (11. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1477513035
  • ISBN-13: 978-1477513033
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 13,3 x 0,8 cm 
  • Preis EUR 7,99
"Dimension" könnt Ihr HIER bestellen.

Weitere Informationen zu Manuel Schenk und seinen Büchern sowie eine Leseprobe zu Dimension gibt es HIER.

Viel Spaß!

Donnerstag, 26. Juli 2012

Franklin Gothic Medium - Stefanie Maucher



Inhalt laut Amazon:

In Franklin Gothic Medium wird der Werdegang eines kultivierten, doch leider sehr soziopathischen Kannibalen geschildert, der im festen Glauben an seine revolutionäre Kochkunst jagt und emsig an dem Kochbuch arbeitet, mit der er der überbevölkerten Welt die kannibale Küche nahebringen möchte. Bei der Haltung, Zubereitung und sogar in Fragen der Vermehrung seiner schmackhaften Opfer, folgt Franklin seiner ihm eigenen, perfiden Logik, die selbst die schlimmsten Grausamkeiten in ein nachvollziehbares und sogar humorvolles Licht rücken.
Fou-Mai, sein wehrloses Opfer, ist die Erste, mit der der man leiden darf. Doch wird ihr Leiden ein Ende haben und das Blatt sich wenden? Wird Rettung nahen, in Gestalt ihrer geliebten Lebensgefährtin Naomi? Oder wird auch sie einen Leidensweg gehen, der sie für immer verändert? ...bildlich gesprochen.


"Franklin Gothic Medium" ist ein äußerst mutiges Werk.

Stefanie Maucher erzählt uns die Geschichte von Franklin, einem realitätsfremden Kannibalen, dessen größter Traum es ist, ein Kochbuch über seine bevorzugte Leibspeise - Menschen - zu veröffentlichen.
Für den Protagonisten sind Menschen nur Fleisch. Sie haben keine Namen, kein Leben und keine Seele. Bei der Betrachtung seiner Opfer sieht er in ihnen lediglich verschiedene Möglichkeiten der Zubereitung. Alles andere berührt ihn nicht.

Meine Gefühle nach Genuß dieses eBooks sind hier eher gemischter Natur. Ich war hin- und hergerissen zwischen Begeisterung, Ekel und Schockzustand.

Kommen wir zuerst zur Begeisterung:
Die vielfältige Wortgewalt dieser Story hat mich schier vom Stuhl geblasen. 
Stefanie Maucher benutzt Wortspiele und Metaphern, die, ohne langweilig zu wirken, ihre ganz spezielle Wirkung auf den Leser entfalten. An manchen Stellen war ich fasziniert von Worten wie "Fleischzeit", "menschliche Lawine" oder "seelenwund".  Die Vielfalt im Sprachgebrauch ist schlicht und einfach der literarische Hammer.

Der Protagonist Franklin ist eine geniale Mischung aus Hannibal Lecter und Unschuldslamm. Dieser sowohl gewagte als auch total absurde Mix hat einen Charakter zur Folge, dem man nicht einmal richtig böse sein kann. Man akzeptiert seine Beklopptheit irgendwie.

Ekel:
Wir wissen alle, dass es sich hierbei um einen Roman über Kannibalismus handelt. Deswegen sollten die Leser sich nicht empört über die beschriebenen Praktiken des Protagonisten auslassen, sondern sich darüber im Klaren sein, dass in diesem Roman gehackt, geschnitten und amputiert wird. Zarte Gemüter lesen bitte ein Bilderbuch für Vorschüler. 
Freunde von gnadenlosem Horror haben ihr Geld gut angelegt und können sich entspannt auf einen grausam amüsanten Lesegenuß freuen.

Schockzustand:
Als alter Horrorjunkie bilde ich mir immer noch ein, dass mich nichts mehr schocken kann - falsch gedacht.
Es gab die eine oder andere Szene, bei der ich ungläubig auf den Bildschirm glotzte und dachte: "Das darf doch jetzt nicht wahr sein!" Viele dieser Szenen sind extrem brutal, werden jedoch durch die naive und besondere Art Franklins irgendwie wieder entschärft. Aus Spoilergründen darf ich nicht weiter darauf eingehen, aber es gab durchaus eine Sache, die selbst mir zu viel war.
Ich kann im Nachhinein ansatzweise verstehen, warum sich bisher noch kein Verlag so wirklich an diesen Roman heran getraut hat. Bestimmte Dinge waren mitunter grenzwertig aber dennoch erträglich.

Fazit:
"Franklin Gothic Medium" ist ein absolut lohnenswertes eBook für Liebhaber der satirischen Horrorliteratur. Eine perfekte Mischung aus anspruchsvollem Sprachgebrauch, Horror und Humor sorgen für abwechlsungsreiche Unterhaltung.
Klare Kaufempfehlung!

Details zum Buch:

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 216 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 203 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0075F4YKK
Das eBook samt Blick ins Buch gibt es HIER.

Update: 08.08.2012
Jetzt auch als Taschenbuch HIER bestellen!!! 

Viel Spaß!!! 

Sonntag, 22. Juli 2012

Der Schacht - David J. Schow



Inhalt laut Klappentext:

Im Mittelpunkt dieses hoch gelobten literarischen Albtraums steht ein unheimliches Hotel in Chicago. Die Zimmerwände bluten, wenn man sie beschädigt, Räume vergrößern oder verkleinern sich, um ahnungslose Mieter zu fangen ... Als zwei Kilo Kokain einen Lüftungsschacht hinabgeworfen werden, durchlebt das Gebäude einen irren Trip, aus dem wohl keiner der Bewohner entkommen wird.  

"Der Schacht" von David J. Schow war dieses Mal ein Roman, der mich zunächst etwas in die Irre geführt hat.

Der Klappentext versprach mir ein bösartiges Horrorhaus. 
Im Mittelpunkt stehen jedoch eher ein Drogenkartell mit allem was dazu gehört und die Bewohner eines äußerst herunter gekommenen Hauses in Chicago.
Ich erfahre eine Menge über das Konsumieren von Kokain und anderen Drogen in allen nur erdenklichen Varianten.
Dennoch kamen meine primitiven Horrorbedürfnisse in "Der Schacht" nicht zu kurz.
Abgesehen von einer deftigen Portin Fäkalsprache, bekomme ich auch noch reichlich detaillierten Sex und so manche gut plazierte Splatterszene geliefert.

Mein Problem mit diesem Buch bestand in erster Linie in der Schreibweise.
Schow hat anscheinend eine Vorliebe dafür, Umgebungen und Zustände extrem detailliert und zum Teil lyrisch angehaucht darzustellen. Für anspruchsvolle Leser mit Faible für Detailverliebtheit sicherlich ein Highlight - für mich als reinen Unterhaltungshorrorjunkie allerdings sehr anstrengend.


Faszinierenderweise steht diese Art zu schreiben im extremen Gegensatz zum Inhalt der Story. Hier haben sich Anspruch und Abartigkeit auf geniale Weise zusammen getan, so dass ich letztlich die Hürde überwand und das Buch schließlich doch noch gespannt verschlungen habe.


Zusammengefasst hatte ich also Sex, Drogen, Splatter, ein Monster und ein zugedröhntes Haus mit noch zugedröhnteren Bewohnern. Was will ich eigentlich mehr? Ich für meinen Teil, wurde nach einer schwierigen Anfangsphase gut bedient. Durchhalten lohnt sich. Versucht es selber!


Fazit:
David J. Schow hat eine noch nicht dagewesene Idee mit lyrischer Wortgewandtheit knallhart umgesetzt und mich so zum Bleiben überredet. 
Respekt!
Das gelingt nicht vielen Autoren, bei denen ich das Buch nach den ersten 20 Seiten wieder weglegen möchte. 




Details zum Buch:


Erschienen beim Festa Verlag 

Broschur 19 x 12 cm, 458 Seiten
Übersetzer: Michael Plogmann
ISBN: 978-3-86552-057-9
Preis: 11.00 EUR

Bestellen könnt Ihr "Der Schacht" gleich HIER 

Eine kostenlose Lesprobe gibt es HIER 

Viel Spaß!  
 

Montag, 9. Juli 2012

172,3 - Vincent Voss



Inhalt laut Klappentext:

Vor langer Zeit …
lag Unheil über einem kleinen Dorf bei Lübeck. 
Dunkle Mächte – in Gestalt eines fleischgewordenen Wunsches – bedrohten die Dorfgemeinschaft und trieben sie zu einem grausamen Mord. 
 
Heute …
wiegt Viktor Vogel 172,3 Kilogramm. Er wagt einen letzten Versuch, endlich abzunehmen und besiegelt diesen Schwur unfreiwillig mit seinem Blute an jenem unheiligen Ort. Erneut erwacht das Böse und nährt sich an Viktors Pfunden. Unheimliche Vorkommnisse begleiten fortan sein Leben und Viktor begreift: Abnehmen kann tödlich sein! Für ihn und alle, die er liebt! 
Mit "172,3" wagte ich einen ersten Versuch mit einem Roman von Vincent Voss aus dem Luzifer Verlag
Diesen Versuch sollte ich nicht bereuen. 
Die Story um Viktor Vogel, der versehentlich seinen Schwur abzunehmen mit Blut besiegelt und so einen Pakt mit einem Dämon eingeht, hat mich gleich zu Anfang gepackt und nicht wieder losgelassen.
Dabei fängt alles ganz harmlos an, steigert sich aber in feinen und kaum merklichen Schritten zu einem spannenden Horror-Roman, der sich gewaschen hat. Vincent Voss versteht es, den Leser durch stetig wachsendes Grauen an seinen Roman zu fesseln, anstatt ihn von Anfang an mit übertriebenen Splatter zu überschütten. Das soll aber nicht heissen, dass es nicht auch blutig wird. Meine primitiven Splattergelüste wurden später in kleinen aber ausreichenden Happen gestillt. 
Auch sehr gut gelungen war das Spiel mit der Angst im Dunkeln. Jeder kennt das: Es ist dunkel, man sieht rein gar nichts, spürt aber, dass da etwas sein muss. Solche Szenen haben mir einige Male eine prima Gänsehaut beschert. Danke dafür!
Auch haben wir es hier nicht mit zig verschiedenen Handlungssträngen zu tun, die man sich mühsam merken muss. Das ist eine Sache, die mich an vielen Romanen sehr oft stört. In "172,3" dreht sich tatsächlich einmal nur alles um den Hauptcharakter, so dass man sich ungestört und ohne Hirnakrobatik in seine Story fallen lassen kann. Sicher wird ab und zu auch kurz erzählt, was die Nebencharaktere so treiben. Das sind aber immer nur kurze Passagen, die den tatsächlichen Fluss der Geschichte nicht unterbrechen, sondern eher vorbereitend auf ein wirklich tolles Finale wirken. Dass dieses gut gelungen und schlüssig ist, muss ich wohl nicht betonen. 
Der ganze Roman wurde tatsächlich so raffiniert nach oben gesteigert, dass man fast gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht.
Umso enttäuschter war ich dann, als der Roman zuende war. 
Sehr gut gelungen fand ich außerdem die Zeichnungen, die passend zur jeweiligen Textstelle ab und zu auftauchten. Sie waren treffend, düster und mitunter schön gruselig. Und wenn man sich das Foto des Autors am Ende des Buches anschaut, wird man eine Ähnlichkeit zwischen ihm und Viktor Vogel erkennen. 
Vincent Voss - Viktor Vogel - Na, wenn das nicht passt, oder?
Im Autorenprofil auf dem hinteren Buchumschlag erfahre ich ein paar Details über Vincent Voss. Da hat es mich auch nicht mehr überrascht, dass er in seiner Vergangenheit unter anderem in einer akutpsychiatrischen Einrichtung gearbeitet hat. Diese Berufserfahrung hat er in "172,3" hervorragend eingebracht. Psychotische Zustände kann man nur dann so eindrucksvoll wiedergeben, wenn man selber Zeuge davon war. Klasse gemacht!
Letztlich bleibt mir nur zu sagen, dass dieser Roman jeden Cent wert war. Ich habe ihn in relativ kurzer Zeit gekillt und blieb mit dem Gefühl der Enttäuschung über das viel zu rasche Ende der Lektüre zurück.
Fazit:
"172,3" ist ein Schleicher unter den Horrorschmökern - Dieser Roman schleicht sich von hinten an Dich ran und schreit "BUH!" wenn Du Dich gerade entspannen willst.
Klare Kaufempfehlung meinerseits!
Details zum Buch:
172,3 von Vincent Voss hat 234 Seiten und erschien im Luzifer Verlag
Wer den Roman direkt beim Verlag bestellt, bekommt laut Steffen Janssen (Verleger) sogar ein passendes Lesezeichen.
Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.   

Viel Spass!!!
 

Samstag, 7. Juli 2012

Grippe - Wayne Simmons



Vorab gilt mein horrormäßiger Dank wieder einmal Voodoo Press für dieses spannende Rezensionsexemplar.

Inhalt laut Klappentext:

Eine hartnäckige Grippe geht um – eine Epidemie sogar, wie manch einer behauptet. Auf Plakaten sagen sie dir, du sollst beim Niesen die Hand vor den Mund halten und Taschentücher nur einmal benutzen. Zu dumm, dass sich diese Grippe nicht von solchen Maßnahmen aufhalten lässt. Hast du sie dir erst eingefangen, klopfen schwer bewaffnete Polizisten an die Tür und sperren dich zu Hause ein, wo du allein sterben musst - und das wirst du innerhalb weniger Tage. Wenn es dann mit dir zu Ende gegangen ist, dauert es keine zwei Stunden, und du schlägst die Augen wieder auf …

GRIPPE ist eine temporeiche und erschreckend realistische Zombie-Horrorstory.



"Grippe" ist das zweite Werk des irischen Autors Wayne Simmons.
Rasant und actionreich erleben wir gleich zu Beginn den Ausbruch der Infektionskrankheit und somit eine Zombieapokalypse, von der ein Horrorfan nur träumen kann.
In verschiedenen Handlungssträngen erzählt Simmons einen düsteren Überlebenskampf verschiedener Gruppen, die sich, zunächst unabhängig voneinander, irgendwie am Leben halten. 
Auf der einen Seite haben wir die Polizisten George und Norman, zwei grundverschiedene Typen, die zu Beginn des Horrortrips an den Quarantänemaßnahmen der Regierung beteiligt waren. Dann gibt es noch Pat und Karen, zwei Zivilisten, die sich im 10. Stock eines Wohnblocks verbarrikadiert haben. Und zuletzt gibt es noch Geri, eine junge Frau, die auf Lark und McFall trifft, mit denen sie gemeinsam um ihr Überleben kämpft.
Auf der anderen Seite steht Feind Nummer zwei, das Militär der Regierung. Von ihnen ist keine Hilfe zu erwarten. Forschung und Täuschung der Bevölkerung stehen hierbei an erster Stelle.
Im Laufe der Story werden die Fäden gekonnt zusammen geführt. Zusammenhänge werden klar und finden wie von selbst wieder zueinander.


Der Roman hat mich durch seine düstere Stimmung gefesselt. Es gab keine überflüssigen Längen. Die Charaktere waren klar gezeichnet und individuell. Die Hoffnungslosigkeit der Situation war so deutlich spürbar, dass es mir zwischendurch den Atem raubte.
Wie verändern sich Menschen charakterlich, wenn sie den Tod im Nacken haben? In "Grippe" erfahren wir es. Ständiger Verfall, Tod und Hunger ziehen sich durch den Roman wie eine schleimige Blutspur. Erfreulicherweise kam dieser Horrorschmöker fast komplett ohne Dauergevögele aus - in der heutigen Zeit im Horrorgenre eine echte Rarität.
Ein offenes Ende lässt uns nach mehr lechzen. Deswegen freue ich mich auf die Fortsetzung dieser spannenden Zombielektüre, die in nächster Zeit ansteht. In "Inkubation" werden hoffentlich offene Fragen beantwortet und unser Hunger nach spannungsreicher Zombie-Action gestillt.
Von mir aus könnte es sofort weitergehen. Schade, dass es schon zuende ist.


Fazit:
Gebt mir mehr!
"Grippe" hat alles, was ein Zombieroman haben muss: Spannung, Action, menschliche Abgründe und ein durchaus angemessenes Maß an Blut und Gemetzel. 
Dafür gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.


"Grippe" kann man HIER bestellen.

Details zum Buch:

ISBN: 978-3-902802-30-9

EUR 13.95 

Taschenbuch

Deutsche Erstveröffentlichung
Übersetzer: Andreas Schiffmann
Originaltitel: FLU
Titelbild: Michael Preissl
280 Seiten


Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Haus der bösen Lust - Edward Lee



Inhalt laut Klappentext:

Nachdem Justin Collier das Hotel betreten hat, bemerkt er, wie ungeheuer scharf er heute ist. Er kann an nichts anderes mehr denken als an Sex. Aber er irrt sich – nicht er ist so geil, es ist das Haus ...

Und als es Nacht wird, hallt durch die leeren Räume ein gieriges Flüstern, und Mädchen, die schon vor langer, langer Zeit gestorben sind, kichern unheilvoll ... 



Nachdem ich bisher nur auf wahre Begeisterungsstürme traf, als "Haus der bösen Lust" endlich erschien, konnte ich natürlich nicht anders, als mir diesen vielversprechenden Horrorschmöker gleich zu bestellen.
Der Roman beginnt auch recht angenehm mit einer Rückblende ins 19. Jahrhundert, die mich über die Hintergründe der Story aufklärte.
Wieder zurück in der Gegenwart, lerne ich Justin Collier kennen, Autor von Büchern über Biere und ehemaliger Moderator einer entsprechenden Sendung.
Zunächst liest sich alles noch recht vielversprechend.
Leider ging es aber nicht weiter in diese Richtung. Die Handlung wechselte von nun an ständig vom 19. Jahrhundert zum Hier und Jetzt, was auf Dauer sehr anstrengend war. Auf den wahren Horror, den das Cover mit der blutüberströmten Frau verspricht, habe ich bis zum Ende vergeblich gewartet. Der einzige Horror, den die Protagonisten empfinden, besteht offensichtlich darin, sich permanent gegen ihre Notgeilheit wehren zu wollen. Behauptungen, Lee würde alles sehr treffend, knallhart und auf den Punkt formulieren, kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen. Mir kam es so vor, als wurde ständig um den heissen Brei herumgeredet. Immer, wenn man dachte: JETZT kommt was ganz Sensationelles, wurde man wieder bloss mit flachem Drumherumgeschreibe abgespeist. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Szene zwischen Justin und Dominique.

ACHTUNG, SPOILER!

Unser Protagonist will sich seiner Angebeteten nähern. Diese verweigert sich ihm jedoch, weil sie ihm erst etwas ganz Furchtbares über sich erzählen muss. Nach ewig langer Diskussion rückt sie endlich mit der Sprache raus. Ich, als Leserin, bin also schon mit ins Sofa gekrallten Fingern total gespannt, welches schreckliche Geheimnis sie umgeben möge. Ist sie eine Mörderin? Ist sie ein Transvestit? Hat sie einen Menschen gefressen? Was, zum Geier, kann so schlimm sein?
Tja, die Gute hat mal einen Geist gesehen....Huuuhuuuu! Wie außerordentlich schrecklich und gruselig!
Ich erschlaffte augenblicklich gähnend und habe mir ernsthaft überlegt, ob ich FESTA diese Buchbesprechung wirklich antun möchte.


SPOILER ENDE


Das war nur mal ein Beispiel von Vielen. In dieser Art gestaltet sich der ganze Roman. Über das Ende schweige ich am besten ganz.  Die für mich als erwartungsvollen Leser wichtigen Dinge geschehen nur spärlich, während völlig uninteressantes Gelaber komplett im Mittelpunt steht.
Nach einer mir endlos erscheinenden Lesezeit bin ich nun eine Expertin der Gepflogenheiten des 19. Jahrhunderts, kann wahrscheinlich mit verbundenen Augen Bier brauen und habe auf Kirche und Religion nun noch weniger Bock als zuvor.
Allerdings muss ich Edward Lee zugute halten, dass das oben genannte Wissen sehr gut recherchiert war.
Ach ja...Sex gab es natürlich auch reichlich. Zumindest das wurde geliefert.



Fazit:


Gott sei Dank bin ich endlich durch! Es war leider weder spannend, noch gruselig, noch actionreich. Ich war selten so genervt. Wer wissen will, wie man Bier braut, Eisenbahnschienen verlegt und Scheren schmiedet, hat mit diesem Roman eine sinnvolle Anschaffung getätigt.


Details zum Buch:


Erschienen im Juni 2012 beim Festa Verlag


Deutsche Erstausgabe
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
400 Seiten
Originaltitel: The Black Train
Übersetzung: Michael Krug
ISBN 978-3-86552-149-1

"Haus der bösen Lust" kann man HIER bestellen.

Eine kostenlose Leseprobe bekommt man  HIER

Das eBook kann man HIER bestellen.