Samstag, 30. Juni 2012

Shatnerquake - Jeff Burk



Wieder ein tolles Rezensionsexemplar von Voodoo Press. Ich bedanke mich.

Inhalt laut Klappentext:

William Shatner? William Shatner. WILLIAM SHATNER!!! Es ist die erste Shatnercon mit William Shatner als Ehrengast! Nach dem fehlgeschlagenen Attentat der Campbellians, einem durchgeknallten Bruce Campbell verehrenden Terroristen Kult, geraten alle Charaktere die William Shatner je gespielt hat, in unsere Welt. Ihre Mission, den echten William Shatner zu jagen und zu vernichten.

Featuring: Captain Kirk, TJ Hooker, Denny Crane, Rescue 911 Shatner, Singer Shatner, Shakespearean Shatner, Twilight Zone Shatner, Cartoon Kirk, Esperanto Shatner, Priceline Shatner, SNL Shatner, und – natürlich – William Shatner!

Kein kostümierter Conbesucher wird von der Welle der Zerstörung verschont. Kein Träger eines roten T-Shirts kann sich gegen den irren Captain Kirk mit seinem Lichtschwert wehren. Aber die Shatner Klone lernen dabei eine harte Lektion ... der wahre William Shatner übernimmt nicht jedermanns Charaktereigentschaften. Nichtmal von sich selbst.

Es ist Shatnertastisch!



Was hat Jeff Burk nur geraucht, als ihm diese Story einfiel? Das war mein erster Gedanke, als ich das Buch erstmalig in den Händen hielt und den Klappentext las.


Die Shatnercon (gibt es die wirklich?), die weltweit größte Convention für die Anhänger von William Shatner findet statt. Sämtliche normalen und weniger normalen Fans von Shatner finden sich ein, um ihren Helden zu feiern und sogar persönlich zu treffen. Trotz des Hypes um seine eigene Person, bleibt Shatner selber ganz Mensch und entlockt mir hier und da einen amüsierten Schmunzler. Es wird klar, dass hier nicht er, sondern die Fans parodiert werden.


Aber was wäre ein Bizarro Fiction-Schmöker ohne abgedrehte Fieslinge? Diese serviert uns Burk in Form der Campbellianer, ausgeflippte Fans von Bruce Campbell, die es sich zum Ziel gemacht haben, die Convention zu sabotieren und Shatner's Filmvermächtnis für immer ins Jenseits zu befördern. Eine Fiktionsbombe soll jedes bestehende Filmmaterial vernichten. Das Unterfangen geht in die Hose, und alle Filmfiguren, die Shatner jemals dargestellt hat, gelangen in die Realität. Dort angekommen, wird auch nicht lange gefackelt und das Lichtschwert geschwungen.


In "Shatnerquake" geht es rasant und zielstrebig zur Sache. Dabei hat Burk eine herrlich lockere Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Es gibt bei den gerade mal 73 Seiten keine überflüssigen Längen. Trotz des absolut absurden Themas, kann man der Story problemlos folgen. Mehr als einmal habe ich amüsiert vor mich hin geschmunzelt. Obwohl ich beim besten Willen kein Shatner-Fan bin, hat mir die Story großen Spaß gemacht. Es gab Action, Humor und sogar ein bisschen Gemetzel.
Herrlich!
Burk nimmt gekonnt die Conventions dieser Erde auf die Schippe und beschert uns mit "Shatnerquake" einen absurd-genialen Pageturner, der einem unterhaltsame 1,5 Stunden Lesespass garantiert.


Für alle, die es interessiert, gibt es im Nachwort noch viel Wissenswertes über William Shatner zu erfahren. Eventuell sollte man das ZUERST lesen, dann erlebt man die Story gleich doppelt so gut. 


Außerdem gibt es noch eine Leseprobe zu "Die eingelegte Apokalypse der Pfannkucheninsel".


Fazit:
"Shatnerquake" ist so abgefahren und bekloppt wie man sich Bizarro Fiction vorstellt. Einmal den Hirnmodus auf Psychose stellen und loslesen! Das ist ein Buch, das einen wach hält. Wenn ich schlafen will, kann ich immer noch Twilight lesen.


"Shatnequake" ist eine deutsche Erstveröffentlichung von Voodoo Press


Weitere Details zum Buch:


ISBN: 978-3-902802-13-2 

EUR 9.95

Taschenbuch

Übersetzer: Torsten Scheib
Originaltitel: Shatnerquake
Titelbild: Christian Krank

 Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER.

"Shatnerquake" bestellen kann man HIER.

Viel Spaß! 

Donnerstag, 28. Juni 2012

Die eingelegte Apokalypse der Pfannkucheninsel - Cameron Pierce


                                         
Vorab meinen allerherzlichsten Dank an Voodoo Press für dieses Rezensionsexemplar.

Klappentext:
Eine verrückte, märchenhafte Erzählung über eine eingelegte Gurke, einen Pfannkuchen und die Apokalypse.

Es ist Gaston Glews sechzehnter Trauertag - der sechzehnte traurigste Tag seines Lebens. Sein Geburtstag - und jener Tag, an dem seine Eltern sich das Leben nahmen. Gaston Glew hat die Traurigkeit satt. Deswegen konstruiert er eine Rakete, um mit ihr hinaus in den Weltraum zu reisen, mit der Hoffnung, dem salzigen Schicksal zu entkommen.

In der Zwischenzeit wird Fanny Fod, das schönste Pfannkuchen Mädchen der Welt, von einer geheimnissvollen Traurigkeit überwältigt, während sie die Quelle des Glücks bewacht. Das mysteriöse Knuddelmonster.

Als Gastons Raumschiff in das Arhornsirupmeer stürzt, wird für ihn, als auch für Fanny Fod nichts mehr so sein, wie es einmal war.

Captain Pickle sagt: »Befreie dich aus dem salzigen Schicksal, oh eingelegter Gefangener, und lies Cameron Pierces Die eingelegte Apokalypse der Pfannkucheninsel. Eine Tragödie für Leute die Nahrung zu sich nehmen!« 

Dieser Kurzroman von Cameron Pierce ist Bizarro Fiction wie aus dem Lehrbuch. Man sollte sich über nichts, rein gar nichts wundern, denn alles ist möglich!

Die Protagonisten (wenn man sie denn so nennen kann) sind so unterschiedlich wie sie nur sein können.
Auf der einen Seite haben wir die Pfannkuchenfrau Fanny Fod, süß im wahrsten Sinne des Wortes, optimistisch und immer glücklich.
Auf der anderen Seite lernen wir die Salzgurke Gaston Glew kennen. Dieser ist ein wahrer Ausbund an Depressivität, salzig, sauer und vom Leben gebeutelt.
Beide haben im Grunde das selbe Problem: Sie kennen jeweils nur das höchstmögliche Gefühl des Glückes bzw. der Trauer, spüren aber, dass es irgendwo draußen im Universum noch mehr geben muss.
Angetrieben von dieser Sehnsucht nach Glück, macht Gaston sich mit seinem selbstgebauten Raumschiff, das unter anderem die Leichen seiner Gurkeneltern als Triebwerke nutzt, auf den Weg in unendliche Weiten.
Auf der Pfannkucheninsel angekommen, killt Gaston zuerst die schnauzbärtige Sonne und beginnt anschliessend, die wunderbare Welt der Pfannkuchen auf den Kopf zu stellen und zu verseuchen.
Cameron Pierce schert sich nicht um Normen und Gewohnheiten. In seinem Roman passieren Dinge, die man wahrscheinlich in seinen krassesten Fieberträumen noch nicht halluziniert hat. Trotz märchenhaft anmutender Sprache, werden mal eben locker Dinge wie Mord, Sex und Irrsinn in der Story untergebracht. Da werden grinsende Pfannkuchen bestiegen und gekillt und Knoblauchspinnen zum Basteln von flugtauglichen Raumschiffen verwendet. Und wenn man sich mal rein philosophisch etwas gehen läßt, entdeckt man sogar eine gewisse Poesie in der Story, die darauf aufmerksam macht, dass jede Kreatur, wie bescheuert sie auch sein mag, auf der Suche nach sich selbst ist.
Bizarro Fiction muss man lieben. Wenn man das tut und sich auf neue und skurrile Möglichkeiten einlässt, ist "Die eingelegte Apokalypse der Pfannkucheninsel" eine fast schon poetische Novelle, die einem abgefahrene Träume beschert. Absurde Wortkreationen und süßsaurer Pfannkuchen-Gurkensex runden die Story gekonnt ab. 
Fazit:
Cameron Pierce hat ein schwachsinnig-schönes Bizarromärchen geschaffen, das uns mal für eine Weile vergessen lässt, was man unter "normal" versteht. Herrlich abgefahren und genial bescheuert, also genau mein Ding.

Details zum Buch:
Veröffentlich im Mai 2012 durch Voodoo Press 
ISBN: 978-3-902802-12-5
EUR 9,95
Taschebuch
Deutsche Erstveröffentlichung
Übersetzer: Michael Preissl
Originaltitel: The Pickled Apocalypse of Pancake Island  
Titelbild: Christian Krank
100 Seiten
Hier erhältlich 
Eine kostenlose Leseprobe gibt es Hier. 




 

Samstag, 23. Juni 2012

Blasses Blut - Boris Maggioni



Inhalt laut Homepage von Boris Maggioni:

Eine rabenschwarze Komödie - aber Vorsicht: Nur für Leute, die nicht zimperlich sind.
Willkommen in der absurden Welt des Bestatters Paul Neumann, dessen kleiner Nebenerwerb ihm gerade das Genick zu brechen droht. Er liebt die richtige Frau aus den falschen Gründen, begehrt eine Transsexuelle wegen ihres kleinen Unterschieds, schmiedet aus heiterem Himmel einen Mordplan und nimmt hier und da das eine oder andere Extra-Geschäft mit.
Das geht gut, bis die Umstände ihm schließlich zeigen, dass er nicht annähernd so schlau und kreativ ist, wie er bis dato geglaubt hatte.

Dieser Roman verpasste mir eine Premiere in Sachen "einen kompletten Roman am Rechner lesen".
Bei Amazon gab es kurzzeitig eine Aktion, bei der man sich "Blasses Blut" gratis herunterladen konnte. Kurzerhand schlug ich zu und dachte: Ich guck mal eben kurz rein, ob es wirklich so toll ist.

Jetzt, einige Stunden später, mit dicken roten Klüsen und einem irreparablen Rückenschaden realisiere ich, dass "mal eben kurz" schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Einmal angefangen, konnte ich nämlich nicht mehr aufhören und habe lediglich kurze Pinkel- Raucher- und Facebook-Kommentierpausen eingelegt. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, sitze ich immer noch vor diesem elendigen Rechner, um unverzüglich dieses geniale Buch zu besprechen.

"Blasses Blut" überfährt einen ohne Vorwarnung.
Man stelle sich vor: Du sitzt in einer Kneipe, willst nichts als Deine Ruhe und einfach nur in Frieden Dein Bier trinken. Plötzlich setzt sich ein total kaputter Freak neben Dich und beginnt, Dir seine noch kaputtere Geschichte zu erzählen. Und obwohl Du nicht fassen kannst, was er da von sich gibt, kannst Du nicht aufhören, ihm zuzuhören.
Genau so ist "Blasses Blut".

Aus der Ich-Persepektive erzählt, lernen wir Paul Neumann, den Bestatter kennen, der uns die Story des Jahrhunderts auftischt. Dabei ist dieser Typ so krank wie sympathisch. Immer, wenn man glaubt, schlimmer kann es nicht mehr werden, beweist Boris Maggioni, dass da doch noch was geht.
Das Ganze ist so furchtbar wie amüsant, und ich habe mehr als einmal laut gelacht oder entsetzt gerufen: Meine Fresse, das glaube ich jetzt nicht!

Sehr genial fand ich auch die sich immer wiederholenden Elemente im Sprachgebrauch, die sich wie ein Running Gag durch die ganze Story zogen. Keine ellenlangen Schachtelsätze - nur knappe und solide Sätze - perfekte Vorraussetzungen für eine entspannte Unterhaltung.

Die Story an sich ist sehr abgefahren und hat richtig Pfeffer im Hintern. Der Verlauf, sowie die Wendungen der Geschichte sind immer wieder für eine Überraschung gut und halten das Feuer pausenlos in Gang.

Um Boris mal mit seinen eigenen Waffen zu schlagen:

Kennen Sie das, wenn sie vor lauter Langeweile mit dem Buch in der Hand abkacken?
Kennen Sie das, wenn sie lieber sterben würden, als dieses miese Buch zuende zu lesen?
Kennen Sie das, wenn Sie beschliessen, dem Autor für diesen Schund die Rübe abzureisssen?
Kennen Sie das, wenn Sie allen dringend vom Kauf abraten möchten?

Nun ja, das war hier nicht der Fall ;-)

Fazit:
"Blasses Blut" ist ein Must-Have für Fans von Shocking Comedy, Sex, Irrsinn, hochgezogenen Augenbrauen und weiss der Geier was noch. Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Klare Kaufempfehlung von mir!

Details zum Buch:
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 386 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 227 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B007D8HM76
Hier erhältlich
 
Oder als Taschenbuch:
  • Taschenbuch: 200 Seiten
  • Verlag: CreateSpace (14. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1477667083
  • ISBN-13: 978-1477667088
  • Größe und/oder Gewicht: 22,9 x 15,2 x 1,3 cm 
Hier erhältlich 

Homepage von Boris Maggioni 

Boris Maggioni auf Blogspot   

Viel Spass ! 


 

Samstag, 16. Juni 2012

Verderben - Bentley Little



Inhalt laut Klappentext:

In einer Kleinstadt eröffnet ein neues Geschäft. Der Besitzer erfüllt die verwegensten Wünsche. Doch mit jedem Kauf vermachen die Kunden einen Teil seiner Seele an ihn. Als er die ersten Gefallen einfordert, schleichen sich kleine Gehässigkeiten in den Alltag der Bewohner. Und dann geschieht der erste Mord ... 


Okay, so weit - so gut.

Normalerweise gehe ich auf den Inhalt nicht weiter ein. Bei diesem Roman muss ich jedoch eine Ausnahme machen. 

Wie viele andere Leser vor mir, dachte ich sofort an Stephen King's "Needful Things".
Dem ist aber ganz und gar nicht so. Es gibt hier keinen schrulligen, unheimlichen Ladenbesitzer, der den Menschen á la Satan höchstpersönlich die ungeheuerlichsten Wünsche erfüllt, um von ihnen dann im Gegenzug noch ungeheuerlichere Dinge zu verlangen.


Der LADEN ist eine mächtige Discounterkette, die es sich zum Ziel gemacht hat, zunächst kleinere Städte für sich zu vereinnahmen, um dann immer weiter zu wachsen.
Allein die Tatsache, dass der LADEN während des gesamten Romanes immer in Großbuchtaben geschrieben wird, vermittelt dem Leser schon den Grundgedanken von Macht und Kontrolle.
Die Discounterkette lässt ansässige Geschäfte konkurs gehen, umgeht sämtliche Baugesetze mittels Korruption und bindet ihre Mitarbeiter mit Gewalt und dubiosen Angestellten-Bibeln an sich. Klar, dass über kurz oder lang sogleich jene ausgeschaltet werden, die die Machenschaften des LADENS durchschauen und bekämpfen.


Bentley Little hat uns hier einen wirklich guten Stoff geliefert, der, politkritisch angehaucht, seinen ganz eigenen subtilen Horror verbreitet.
Die sich immer weiter steigernde Macht des LADENS über die gesamte Stadt kommt sehr gut rüber, und man fragt sich, wie die Bürger sich aus diesem Dilemma überhaupt noch befreien können.
Ganz seinem üblichen Stil treu bleibend, arbeitet Little wieder mit paranormalen Elementen, die nicht offensichtlich, aber unter der Oberfläche brodelnd ihre Arbeit tun.


Es war beklemmend, zum Teil etwas pervers angehaucht und durchgehend spannend. Ein echtes "Verschling-Buch"!
Mit anderen Worten: Genau mein Ding.


Fazit:


"Verderben" bekommt meine volle Leseempfehlung und noch einen Bonus für sehr gut recherchiertes Wissen über Gesetzgebung in Baugewerbe und anderen Bereichen. Klingt langweilig? Ist es aber nicht. Lest selbst!


Details zum Buch:
  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (25. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404166043
  • ISBN-13: 978-3404166046
  • Originaltitel: The Store
 


Donnerstag, 14. Juni 2012

Kutná Hora - André Wegmann



Vorab ein herzliches Dankeschön an André Wegmann, der mir ein Rezensionsexemplar im eBook-Format zur Verfügung stellte. Da ich aber eher ein Fan von "Holzbüchern" bin, habe ich es mir einfach mal bestellt.

Zum Inhalt laut Amazon:

Ein junges Liebespaar macht Urlaub in der Tschechischen Republik. Abseits von Prag - in der Nähe der Stadt Kutná Hora - halten sie ein Picknick auf einer Wiese im Grünen ab. Sie genießen die Frühlingsidylle, als plötzlich ihr Jack Russel Terrier aufgeregt zu bellen anfängt und in dem angrenzenden Wald verschwindet. Bei der Suche nach ihm, stößt das Paar auf einen alten, verfallenen Jahrmarkt und macht einige beunruhigende Beobachtungen. Als plötzlich auch noch die Frau an seiner Seite spurlos verschwindet, erkundet der junge Student Randy die scheinbar verlassenen Attraktionen des Jahrmarkts genauer und macht grauenvolle Entdeckungen. Irgendjemand - oder irgendetwas - scheint gar nicht erfreut über seinen Besuch zu sein... Horror, Spannung und eine Prise Sex. Ab 18! 




"Kutná Hora" kommt als Taschenbuch mit einem ansprechendem Cover daher, wie es sich jeder Horrorfan wünsche würde. Was das Cover verspricht, hält die Story auch.
Bei diesem Kurzroman mit nur 114 Seiten wurde kurzerhand auf ausschweifende Schilderungen und langatmige Dialoge verzichtet. André Wegmann kommt zielstrebig und rasant zur Sache. 
Abgesehen von der detaillierten Sexszene gleich zu Anfang der Geschichte, dauert es nicht lange, bis man sich im gewünschten Horrorszenario wiederfindet.
Dabei erspart uns der Autor allzu tiefgreifende Charakterentwicklungen und konzentriert sich in erster Linie auf das Geschehen.

Bevor ich mir das Buch bestellte, las ich zunächst diverse andere Rezensionen, um mir vorab ein Bild zu machen. Es fielen Begriffe wie "Klischee", "schwach", "platt", usw., aber auch "großartig", "spannend" und "unterhaltsam".

Die erste Gruppe der Rezensenten hat anscheinend übersehen, dass es sich hier um einen Kurzroman handelt. Logischerweise bleibt da nicht mehr viel Spielraum für die geforderten Stilmittel.

Die zweite Rezensentengruppe besteht offensichtlich aus Horrorfans, die wissen, was sie wollen und was sie erwarten könnte.

Seien wir mal ehrlich! 

Was erwarten wir denn, wenn wir einen Laymon lesen?

Wir erwarten Klischees, platte Charaktere, möglichst wenig anspruchsvolles Geschwafel und haufenweise Action in den schillerndsten Horrorfarben. 
Genau das hat André Wegmann uns hier geliefert, denn DAS ist Horror.
Wem das zu wenig ist, sollte zurück zu Poe und Lovecraft gehen, denn dort bekommen wir noch den subtilen Horror für Zartbesaitete. 
Ich will darauf hinaus, dass es Geschmacksache ist, was man erwartet und was man schlußendlich wirklich liest.


Ich bin eindeutig Typ 2 ;-)


Es muss zur Sache gehen - es muss rasant sein - ich will kurze und klare Ansagen, ohne einen Satz drei Mal lesen zu müssen, um ihn zu verstehen.


Wie auch Wegmann's Kurzgeschichte "Sonne des Grauens" hat "Kutná Hora" ein Ende, das mir gefällt. 
Wieder stellt sich mir die Frage: Hätte man daraus nicht etwas mehr machen können?
"Kutná Hora" hat definitv Potential für einen wesentlich längeren Roman, wenn nicht sogar für eine Fortsetzung.
Wie sieht es aus, André? Können wir damit rechnen?


Fazit:
Unterhaltsamer Stoff für Fans von Laymon, Smith und Curran mit ausbaufähigem Plot.


Details zum Roman:


Veröffentlicht im Juni 2012 über Amazon Create Space


  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1477599371
  • ISBN-13: 978-1477599372
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 0,7 cm  
 "Kutná Hora" könnt Ihr HIER als Taschenbuch bestellen.

HIER bekommt Ihr es auch als eBook.



Dienstag, 5. Juni 2012

Todesgeil - Bryan Smith


Vorab möchte ich mich auch für dieses Rezensionsexemplar wieder ganz herzlich beim Festa Verlag bedanken.

Klappentext:

Als Rob seinen Wagen volltankt, taucht dieses sexy Gothicgirl auf und hält ihm eine Knarre an den Kopf. Sie braucht einen Chauffeur, denn sie verfolgt vier Jugendliche, die über sie gelacht haben. Offenbar will sie die abknallen.

Rob kann es nicht fassen. Doch noch weniger versteht er sich selbst: Er will bei ihr bleiben, er will Sex mit ihr, er will ihr beim Morden helfen. Denn es tut gut, endlich seine Wut und Lust zu befriedigen …


Neben Rob und dem Gothicgirl Roxie liefert Smith uns noch weitere Handlungsstränge.
Da haben wir einmal die Gruppe junger Leutchen, auf die Roxy es abgesehen hat und außerdem Julie, die in die Fänge eines Psychopaten (Zeb) gerät und mit diesem so Einiges erlebt. Was das genau ist, werde ich hier auf keinen Fall verraten, denn das wäre zu schade. 
Nur so viel: An Einfallsreichtum mangelte es Bryan Smith auch in diesem Roman keineswegs.

Nach einem etwas schwächeren "Seelenfresser" liefert Smith uns dieses Mal wieder eine rasante Achterbahnfahrt voller Gausamkeit und Perversion. Dabei haben wir es nicht mit oberflächlichen Charakteren zu tun. Smith geht bis tief in die Psyche eines jeden Protagonisten und zeichnet so für jeden Einzelnen von ihnen ein gründliches Portrait. 
Als besonders gut gelungen empfinde ich den Charakter des psychotischen Zeb, an dessen Gedanken Smith uns hin und wieder teilhaben lässt.
In "Todesgeil" erfahren wir eine Menge über die Abgründe der menschlichen Seele und die Möglichkeiten, die sich einem in Momenten größter Anspannung eröffnen. Wie sehr sich ein Mensch verändern kann und was er insgeheim zu tun bereit ist, wird in diesem Roman eindrucksvoll erzählt. Der Leser erlebt intensiv die Veränderungen einzelner Menschen im Verlauf der Geschichte und kann oft nicht glauben, wozu diese fähig sein können. Angefangen bei Rob, der komplett unter Roxie's Einfluss steht, bis hin zur anfangs noch ganz harmlosen Julie, bleibt in diesem Roman kein Shirt mehr ohne Blutflecken.
Lediglich den Charakter der Roxie empfand ich als leicht übertrieben. An manchen Stellen hätte ich Rob am liebsten angeschrien: Hau der Kuh eine rein, und mach Dich endlich vom Acker!!! Aber das ist sicherlich Geschmacksache ;-)


Zwischendurch gibt es immer wieder Ausschnitte aus Online-Tagebucheinträgen eines innerlich zerrissenen weiblichen Teenagers, die von anderen Usern kommentiert wurden. Im weiteren Verlauf der Story erfährt man dann auch, um wen es sich dabei handelt. Diese Ausschnitte gönnen einem ab und zu eine kleine Ruhepause, bevor es knallhart mit Gewalt und Sex weitergeht. "Todesgeil" ist zugleich tiefgründig und unterhaltsam und somit eine gelungene Mischung.


Für mich persönlich war "Todesgeil" mal wieder ein Highlight, das mir die Abendstunden versüßt hat. Es war actionreich, spannend und genial abartig.
Dafür gibt es von mir definitiv eine Leseempfehlung.


Fazit:

Bryan Smith packt den Leser bei den Haaren und schleift ihn ohne Gnade durch das Geschehen, ohne auch nur einmal den Griff zu lockern.

Ganz klar mein Fall...klasse!


"Todesgeil" von Bryan Smith erschien im Mai 2012 beim Festa Verlag. 

Weitere Details zum Buch:

Deutsche Erstausgabe
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
352 Seiten
Originaltitel: The Killing Kind
Übersetzung: Alexander Amberg
ISBN 978-3-86552-134-7



Das eBook bekommt man HIER. 

Eine kostenlose Leseprobe gibt es HIER. 
 



Samstag, 2. Juni 2012

Licht aus!



Vorab möchte ich mich ganz herzlich beim Festa Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar bedanken.

Inhalt laut Klappentext:

In diesem Kino spielt der Tod die Hauptrolle ...

Als Brit in einem Kino den Film Schreck, der Vampir sieht, wundert sie sich: Die junge Frau, der man die Kehle durchschneidet, ist das nicht ihre Freundin Tina? Aber die ist doch keine Schauspielerin!

Brit ahnt noch nicht, dass auch sie bald die Hauptrolle in einem Film spielen wird – in Schreck, der Inquisitor …


Sadistisch, brutal, genial krank – Laymon auf Speed. Wie irre hetzt er den Leser durch diesen Roman, hinein in die Welt der ›snuff-movies‹. Und die ganze Zeit hat man im Hinterkopf: Solche Filme gibt es wirklich!

Wie böse Deine Fantasie auch sein mag – die von Richard Laymon ist schlimmer!



Zunächst möchte ich kurz auf die gut gelungene Aufmachung eingehen. Seit Einführung der Lederoptik, ist ein Buch vom Festa Verlag nicht nur ein Buch, sondern zudem noch ein sehr dekoratives Kleinod aus der Welt der Fantastik.
Noch bevor ich den Klappentext las, assoziierte ich den Buchtitel und das Cover mit Dingen wie Dunkelheit, Keller und Gefangenschaft. Dem ist jedoch nicht so. Ganz im Gegenteil! In diesem Roman dreht es sich um Licht - und zwar dem Licht der Scheinwerfer einer gefährlich realen Filmproduktion, dessen Darsteller sich auf einen roten Teppich - getränkt mit ihrem eigenen Blut - freuen dürfen. 


Wer jetzt denkt, dass Brit in diesem Roman die Hauptfigur ist, hat sich gründlich getäuscht. Aber es wäre ja nicht der Festa Verlag, wenn der Klappentext uns schon im Vorfeld zuviel über den Inhalt verraten würde.

Ganz typisch für Laymon, ist eine der Hauptfiguren wieder eine Frau, Connie, die im Laufe des Geschehens über sich hinaus wächst. 
Auch den guten alten Bekannten - der harmlose Normalo, der im Rahmen sich überstürzender Erignisse zum Handlanger des Bösen wird - treffen wir erneut an.

Laymon blieb seinem Schema treu und schaffte es dennoch, eine völlig neue und halsbecherische Horrorstory zu schaffen, die seinen vorherigen Geschichten an Spannung in nichts nachsteht.
Wer Laymon's Romane kennt, wird jetzt wissen was ich meine, wenn ich sage: Schnell noch zur Toilette, etwas essen und trinken und die Klingel abstellen!
Einmal angefangen, kann man das Buch nicht wieder aus der Hand legen. Bei gerade mal 272 Seiten ist das auch problemlos an einem Abend zu schaffen. 
Die Story ist fortlaufend unterhaltsam und hat keine überflüssigen Längen. Deswegen empfinde ich die Länge des Romanes als genau richtig. Jede weitere Seite wäre hier zuviel gewesen.
Blut und Gewalt sind auch hier wieder genauso an der Tagesordnung wie die übliche Ladung Sex - also nach wie vor nichts für zartbesaitete Dornröschenleser.
Wie ich es auch gar nicht anders erwartet hätte, bekam ich schliesslich noch einen actionreichen und blutigen Schluss geliefert, der keine Fragen offen lässt.
Was will man mehr? Ich lehne mich zufrieden zurück und warte gespannt auf  Laymon's nächsten Roman.


Fazit:
Der Festa Verlag hat uns wieder gekonnt einen kleinen Happen aus Laymon's Hinterlassenschaft hingeworfen - gerade genug, um nach dem Nächsten zu gieren.
Der Altmeister des Horrors - The big "L" regiert auch lange nach seinem Ableben über unsere Bücherregale - und so muss es auch sein.

Details zum Buch:
"Licht aus!" erschien im Mai 2012 beim Festa Verlag. 

Originaltitel: Out are the Lights
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik,
272 Seiten
Übersetzer: Michael Krug
ISBN: 978-3-86552-166-8



Den Titel als eBook gibt es hier. 

Eine kostenlose Leseprobe bekommt Ihr hier