Montag, 30. April 2012

Seelenfresser - Bryan Smith



Inhalt laut Klappentext:

Sie ist eine Lamia – eine Verschlingerin der Seelen


Jakes Bruder hat eine neue Freundin: Myra. Sie ist wunderschön, aber auch seltsam.
Als Jake herausfindet, dass ein Mann nach dem anderen in Myras Bett landet, ist er kaum überrascht, denn er hält sie für abgrundtief verdorben. Das spürt er einfach. Doch dass Myra die Männer sexuell regelrecht versklavt, verschlägt ihm den Atem.
Als ihm jemand erzählt, Myra sei jahrhundertealt und reiße jungen Männern bei lebendigem Leib die Seelen aus der Brust, lacht Jake keineswegs: Diese Kreatur ist wirklich unmenschlich geil … geil auf ihn … 

 Mit "Seelenfresser" von Bryan Smith hat der Festa Verlag einen weiteren erfreulichen Anschlag auf mein leidenschaftliches Horrorherz verübt.
Was mir bei "Verkommen" schon fast ein Sauerstoffzelt eingebracht hätte, hat mich bei "Seelenfresser"  schliesslich komplett weggepustet. Auch hier trifft uns wieder die komplette Breitseite an Bösartigkeit, Mord, Kannibalismus, Sex und Gewalt. Fast alle Figuren sind auf ihre eigene Art und Weise verdorben, abhängig oder einfach nur abartig boshaft, was zum Teil nicht immer Lamia's Werk ist.
Menschliche Abgründe wie Abhängigkeit oder Erpressung sind hierbei nebenher noch "normal".
Die Gestaltung der Charaktere erfolgt knapp aber trotzdem unfassbar aussagekräftig. Mir sagt dieser schnörkellose aber treffende Schreibstil sehr zu. Es gibt keinerlei Spekulationsraum, weil alles, so wie es ist, gnadenlos und zielsicher auf den Punkt gebracht wird.
Oft beginnt ein Roman zu Mitte hin, etwas zu lahmen. Das ist hier keineswegs der Fall. Gleich das erste Kapitel macht klar, was uns auf den folgenden Seiten erwartet. Das rasante Tempo der Abscheulichkeiten nimmt an keiner Stelle ab und gipfelt in einem gnadenlos traumatisierenden Finale.
Ich gebe zu, dass ich die Leseprobe nur vorsichtig begonnen habe, um mir dann unverzüglich diesen abgefahrenen Schmöker zu bestellen. Es wäre zu schade gewesen, vorher schon zu viel zu lesen und später, bei Lieferung des Buches, schon ein ganzes Kapitel zu kennen.

Fazit:

Der Festa Verlag hatte wieder einmal den richtigen Riecher und präsentiert seinen Lesern nur das absolut Beste, das die Horrorliteratur zu bieten hat. In diesem Roman wird nichts und niemand verschont...der Leser am allerwenigsten.
Weichgespülte Belletristik-Leser sollten bei ihren noch weicher gespülten Romanen bleiben.
Smith ist für abgebrühte und erwachsene Horrorfans. So und nicht anders muss es sein!

Erschienen Ende April 2012 beim Festa Verlag.

Hier geht es zur kostenlosen Leseprobe.

Weitere Details zum Buch:

Deutsche Erstausgabe
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
352 Seiten
Originaltitel: Soultaker
Übersetzung: Manfred Sanders
ISBN 978-3-86552-141-5
Preis: 13,95 Euro 

"Seelenfresser" ist ebenfalls als eBook für 4,99 Euro erhältlich.


Samstag, 28. April 2012

Verkommen - Bryan Smith




Klappentext:


Jessica möchte einen günstigen Gebrauchtwagen kaufen. Als sie mit dem Besitzer alleine in dessen Wohnung ist, fällt er über sie her und vergewaltigt sie.

Jessica will nur noch eines: Rache. Deshalb entführt sie den Mistkerl in die einsame Wildnis. Sie will ihn erschießen, er soll sterben …


Aber die beiden befinden sich an einem bösen Ort. Die inzüchtigen Einwohner des Städtchens Hopkins Bend hüten seit Generationen ein grauenvolles Geheimnis – und Jessica kommt ihnen für ihre perversen Spiele gerade recht …





Bryan Smith präsentiert uns mit diesem ersten in Deutschland erschienenen Roman ein Debüt, das sich gewaschen hat.
Was der Klappentext verspricht, wird nicht nur gehalten, sondern gnadenlos übertroffen.
Die Kleinstadt Hopkins Bend beherbergt die Verkommenheit auf Beinen. Jeder, der sich dorthin verirrt, wird ein Opfer perversester Exzesse, die man sich in seinen krankesten Fantasien kaum ausmalen kann. Dabei ist Smith die Umsetzung der Charaktere brillant gelungen. 
In unterschiedlichen Handlungssträngen erlebt der Leser die Schicksale der einzelnen Protagonisten, die ihnen in Hopkins Bend unausweichlich bevor stehen. Dabei scheint jeder Einzelne von ihnen in einer anderen gestörten Familie zu landen, wobei sich die einzelnen Sippen der Kleinstadt an Abartigkeit gegenseitig übertreffen. Interessant ist dabei auch der Charakter der Abby Maynard, die sich rein oberflächlich nicht von ihrer Sippe unterscheidet, jedoch heimlich von einem anderem Leben träumt. Sehr gut gelungen erschienen mir auch die Veränderungen, die die Menschen aufgrund ihrer grauenvollen Erlebnisse durchmachen. An manchen Stellen fühlte ich mich spontan an den Film "Natural Born Killers" erinnert.
Die Beschreibungen der Gewaltszenen sind an Präzision und Detailverliebtheit kaum zu übertreffen. Erstaunlicherweise gelingt Smith das, ohne langatmig oder ausschweifend zu werden. Das Lesen wird an keiner Stelle anstrengend oder langweilig. Das Buch liest sich wie ein nichtendenwollender Strom von kranker Gewalt und sadistischer Brutalität.


Für mich als hartgesottenen Horror- und Splatterfan war "Verkommen" tatsächlich ein Roman, der mich fast "geschafft" hätte. Das rasanteTempo der Brutalitäten zwang mich ab und zu, eine Pause einzulegen und auf dem Balkon frische Luft zu tanken.
Die eine oder andere Szene hätte fast mein Abendessen wieder an die Oberfläche befördert (ich sage nur: Gladys!)
Ein Problem habe ich immer mit zu vielen verschiedenen Handlungssträngen. Wenn sich diese irgendwann wieder zu einer Einheit zusammenfügen, bin ich zufrieden. Hier war das aber nicht der Fall. Jeder erlebt sein eigenes Ding und jeder beendet die Story auf seine Weise. Trotzdem konnte ich der Story gut folgen und kam auch nach den Lesepausen immer wieder gut rein.
Da ich ein Fan von paranormalen Elementen bin, wurde ich auch in dieser Hinsicht gut bedient.




Fazit:
"Verkommen" ist ein tabuloser Gewaltmarsch durch die menschliche Psyche. 
Ganz klar empfehle ich diesen Roman nur für Erwachsene, aber ich empfehle ihn dringendst!


"Verkommen" von Bryan Smith erschien im März 2012 beim Festa Verlag.


Weitere Details:


384 Seiten
Originaltitel: Depraved
Übersetzung: Doris Hummel
ISBN 978-3-86552-140-8



Eine kostenlose Leseprobe findet Ihr hier



Mittwoch, 25. April 2012

Der Gast - Richard Laymon



Ich bin näher, als du denkst

Eine Nacht in Los Angeles: Eher aus Zufall befreit der ängstliche Neal eine junge Frau aus der Gewalt eines Serienkillers. Zum Dank dafür schenkt sie ihm ein Armband, das magische Kräfte besitzt. Mit seiner Hilfe kann man in die Körper anderer Menschen eindringen – fühlen, was der andere fühlt, spüren, was der andere denkt. Doch was zunächst ein prickelndes Erlebnis zu sein scheint, verwandelt sich für Neal schnell in einen Alptraum.

Die Geschichte von Neal und dem magischen Armband ist dieses Mal nicht "typisch Laymon".

Als eingefleischter Fan erwartet man mit Sicherheit den für Laymon typischen Splatter. Dieser Roman weicht jedoch sehr vom üblichen Schema ab, so dass ich eine ganze Weile hin und her überlegt habe, ob und wie ich meine Rezension zu diesem Buch formulieren werde.

Ich gebe zu, als wirklich leidenschaftlicher Laymon-Fan haben mir Begriffe wie "Mittelmäßigkeit" und "guter Durchschnitt" ein leichtes Schmerzgefühl in der Magengegend verpasst. So ganz mag ich mich in diesem Fall der Allgemeinheit auch nicht anschliessen.

Zwar habe auch ich den üblichen Gnadenloshorror vermisst, wurde dafür aber auf eine ganz andere Art und Weise positiv überrascht.
Neal Darden, der mehr oder weniger glückliche Protagonist darf in "Der Gast" heimliche Männerträume ausleben, die ich aufgrund des Jungendschutzes und der Spoilergefahr nicht weiter ausführen werde.
Die Beschwerden über unnötig lange Textpassagen kann ich persönlich nicht im geringsten nachvollziehen. Obwohl ich nicht, wie üblich, mit Blut und Exkrementen beworfen wurde, hatte dieses Buch trotzdem seine eigene Magie für mich.
Dieses mal trat der Horror in den Hintergrund und hat Platz gemacht für etwas, das man bei Laymon eher selten findet: Liebe, Opferbereitschaft, Kameradschaft und Vertrauen.
Klingt kitschig?
Ja,  an manchen Stellen schon, aber das ist vielleicht das, was mich dazu gebracht hat, immer weiter zu lesen. Ich habe mich an keiner Stelle gelangweilt und konnte, wie bei allen Romanen von Laymon zuvor, das Buch nicht aus der Hand legen.
Nichtsdestotrotz kam ich auch in den Genuß einiger spannender Passagen, die auf mich einen angenehmen Gänsehauteffekt hatten. Es muss nicht immer ein Blutbad sein. Ein Tränchen im Augenwinkel hat ab und zu auch seinen Reiz. Man sollte dem Roman eine unvoreingenommene Chance geben und sich einfach mal darauf einlassen. Für meinen Teil hat es sich jedenfalls gelohnt. 

Leute, es ist immer noch ein Laymon, vergesst das nicht !

Erschienen im März 2012 beim Heyne Verlag
768 Seiten
9,99
ISBN: 978-3453435315


Samstag, 7. April 2012

So viel zum Thema Ehrlichkeit ;-)

Ein einziger Text von mir, ehrlich, ungeschönt und gnadenlos direkt, schon habe ich die Hälfte meiner Verfolger verloren.

Schade, dass es tatsächlich so ist, wie ich immer befürchtet hatte:

Man muss lügen und falsche Höflichkeit an den Tag legen, um gehört zu werden.

Dennoch bleibt dieser Text wo er ist. Ich stehe zu meiner Meinung und bin stolz darauf.

Allen anderen Lesern, die geblieben sind ein herzliches DANKE !!!