Donnerstag, 29. September 2011

Dying to live - Vom Überleben unter Zombies, Kim Paffenroth

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir zur Verfügung gestellt vom Festa Verlag . Dafür an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank.



Jonah Caine lebt alleine in einer von Zombies bevölkerten Welt, ohne eine Erklärung für die brutalen Schrecken um sich herum zu finden. Nach Monaten ziellosen Umherirrens trifft er endlich auf eine Gruppe weiterer Überlebender, und nun scheint sich sein Dasein zum Guten zu wenden. Zusammen mit seinen Freunden baut er ein kleines Reich des Friedens auf, das jedoch ständig umkreist wird von gnadenlosen Menschenjägern.
Als sie von einer weiteren Gruppe Überlebender aufgespürt werden, erlebt Jonah, dass der Untot nicht der einzige und bei weiten nicht der schlimmste Schrecken auf Erden ist, denn Menschen können böser sein als jeder wandelnde Tote …
 

"Dying to live" ist auf den ersten Blick einer von vielen Zombie-Romanen. Eine kaputte Welt, tödliche Bedrohung seitens der Zombies, ein Grüppchen Überlebender und die anderen Überlebenden, die den "Guten" so ganz nebenher noch das sowieso schon üble Leben kräftig zur Hölle machen. Alles schon einmal da gewesen. Es stört mich immer wieder, wenn der Roman bereits mitten im Geschehen startet und man anhand von Rückblenden ein Bild davon bekommt, wie einmal alles begonnen hat.
Dennoch habe ich den Roman an einem Abend verschlungen.
Zwar haben wir auch hier im Prinzip dieselben Zombies wie in anderen Romanen dieser Art, aber ähnlich wie bei Moody gibt es zwischenmenschliche Aspekte, die klar beleuchtet werden.
Ferner haben mir auch einige sozialkritische Seitenhiebe gut gefallen, die klar machen, dass Paffenroth sich eine insgesamt bessere Welt wünscht. Es gibt eine Passage, in der beschrieben steht, wie Schwarze, Weiße, Latinos, usw... von ein und demselben Hunger getrieben als eine Einheit zusammen unterwegs ist, und wie gleichermaßen absurd es zu sein scheint, dass die Menschen erst zu hirnlosen Kannibalen mutieren mussten, um das zu erreichen.
Was mir auch positiv aufgefallen ist: Der Protagonist hat Mitgefühl für die Zombies. Zwar muss auch er wild um sich morden, um am Leben zu bleiben, doch immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, was dieser Zombie einst für ein Mensch gewesen war, wie er lebte und wie er starb.
Das waren, für einen Zombie-Roman, wertvolle Textpassagen, die sich vom üblichen Splattergechehen stark abhoben.
Ansonsten hat der Horror-Fan trotzdem alles, was das Herz begehrt. Es gibt Spannung, Blut und Gemetzel, dass es eine wahre Freude ist.

Fazit: Bereits Dagewesenes mit jedoch außergewöhnlichen Ansätzen, fast schon etwas zum nachdenken. Darf in keiner Zombie-Sammlung fehlen.

Erhältlich als Taschenbuch beim Festa Verlag für 13,95 Euro, 256 Seiten

Samstag, 24. September 2011

Das Treffen von Richard Laymon



Inhalt:

Sie treffen sich jedes Jahr für eine Woche: fünf junge Frauen, beste Freundinnen seit dem College und immer auf der Suche nach Abenteuern. Dieses Jahr haben sie die Totem Pole Lodge für ihr Treffen ausgewählt, ein verlassenes Sporthotel mitten im Wald. Schlechte Wahl! Vor Jahren wurde hier ein furchtbares Verbrechen verübt – und als die Freundinnen herauszufinden versuchen, was damals wirklich geschehen ist, wird klar, dass das Hotel keineswegs so verlassen ist, wie es scheint …


Dieser Roman von Laymon ist einer von denen, die einen das Fingernägelkauen lehren. In üblicher Laymon-Manier bekommen wir hier das volle Programm. In der verlassenen Hotelanlage spielen sich mehr als spannende Dinge ab, so dass man oft atemlos auf das nächste Happening wartet. Natürlich wird auch hier, wie in allen Romanen von Laymon, mit Horror-Klischees gespielt. Es wird plötzlich dunkel, Lampen gehen kaputt, man sieht die Hand nicht mehr vor Augen, und etwas Schreckliches passiert in der Dunkelphase. Wenn man nun aber glaubt, dass alles vorhersehbar ist, dann hat man nicht mit Richard Laymon gerechnet. Durch den ganzen Roman zieht sich ein fast unerträgliches Grauen. Einerseits möchte man sofort aufhören zu lesen, weil man es kaum noch aushält. Andererseits kann und will man das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen. Wie in allen seinen Romanen spart Laymon auch hier nicht am Sex und an reichlich Kraftausdrücken. Pingelige Gemüter sollten eher zu anderer Lektüre greifen.
Wer das Grauen liebt und sich in einer beklemmenden Atmosphäre wohl fühlt, darf sich diesen Roman nicht entgehen lassen.


Heyne TB

9,95 Euro

560 Seiten